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Tipps vom Psychologen : So vermeiden Sie Familien-Streit an Weihnachten

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Aus der Onlineredaktion

Alles beginnt harmonisch. Doch dann kommen die alten Geschichten wieder hoch. Zwei Psychologinnen geben Harmonie-Tipps.

Flensburg | Weihnachten mit der Familie: Zeit der Ruhe, Besinnlichkeit und Glückseligkeit. Jung und Alt sitzen gemeinsam um die geschmückte Tanne herum, das Haus duftet nach Festtagsessen und Plätzchen, auch die Weihnachtsmusik sorgt für Gemütlichkeit und gute Laune. Von wegen. Nicht selten bricht an den Feiertagen großer Streit im Kreise der Liebsten aus. Alle Jahre wieder. Aber warum eigentlich?

„Zu Konflikten kommt es, weil die Familienmitglieder unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen haben“, sagt Elke Overdick, Diplom-Psychologin aus Flensburg. Klingt logisch. Der Ärger beginnt ja oft bereits beim Schmücken des Weihnachtsbaumes (Lametta: ja oder nein), geht bei der Zubereitung der Gans weiter (welche Füllung?) und kocht schließlich bei den Monologen von Opa Klaus („Als ich damals...“) endgültig hoch. Das Erzählen seiner Geschichten von früher mag er als festen Bestandteil eines gelungenen Festes empfinden, der Tochter womöglich gelinde gesagt aus dem Halse hängen.

In diesen Momenten, wenn man vor versammelter Mannschaft auszurasten droht, gilt es Ruhe zu bewahren. „Man muss die Dinge so akzeptieren, wie sie sind und das Positive im Menschen sehen“, sagt Overdick. Sie rät, sich die Frage zu stellen: Warum feiere ich eigentlich mit diesem Menschen? Häufige Antwort: Weil ich ihn mag. Und wenn man gerade dabei ist, sich selbst Fragen zu stellen, hilft es auch, „die eigenen Normen und Werte zu überdenken“ – sich also eventuell auch mal selbst zurückzunehmen, sich nicht als Mittelpunkt des Ganzen zu betrachten.

Einen weinende Mama brennt sich im Kinder-Gedächtnis ein

Eine andere Hausnummer ist es natürlich, wenn der Streit tiefere Gründe hat, wenn der eine den anderen mit bissigen Bemerkungen angreift oder alte Geschichten herauskramt. Dann gelte es für Dritte in der Runde einzugreifen, meint Diplom-Psychologin Svenja Lüthge. „Eine klare Ansage darf man sich ruhig trauen“, so die Kielerin. Die Botschaft müsse lauten: So etwas hat Weihnachten hier nichts verloren.

Vielmehr müsse ein anderer Termin ausgemacht werden, wann die Familienstreitigkeiten allesamt auf den Tisch kommen und besprochen werden. Fürs nächste Jahr merken: Solch eine Vereinbarung müsse am besten bereits vor den Festtagen getroffen werden, sagt Lüthge.

Warum aber soll Streit an Weihnachten eigentlich ein Tabu sein? „Weil man das genießen soll, auf das man sich lange gefreut hat“, sagt Lüthge. Und vor allem auch wegen der Kleinen. „Kinder leiden am meisten, wenn gestritten wird“, so die Expertin weiter. Sehen sie beispielsweise die Tränen an Heiligabend bei der Mutter kullern, „brennt sich das in die Erinnerung ein“.

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erstellt am 24.Dez.2016 | 08:00 Uhr

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