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Prost Neujahr 2016 : Raketen, Böller und Batterien: Das müssen Sie über Ihr Silvester-Feuerwerk wissen

vom
Aus der Onlineredaktion

In der Silvesternacht knallen nicht nur die Sektkorken, sondern auch unzählige Böller. Dann werden Millionen Deutsche wieder zu Hobby-Pyrotechnikern. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie hier.

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2015 | 19:32 Uhr

Nach wenigen Minuten ist der Spuk wieder vorbei, doch er fasziniert jedes Jahr aufs Neue Millionen Menschen: das Silvester-Feuerwerk. Am 29. Dezember (Dienstag) ist es wieder soweit, dann beginnt der Verkauf von Raketen, Böllern und Batterien für den Jahresabschluss 2015. Allein in Deutschland werden in den drei letzten Tagen des Jahres rund 120 Millionen Euro für Pyrotechnik ausgegeben.

Besonders Batterien, Verbundfeuerwerk und Raketen lassen die Kassen der Händler klingeln. „Der Trend zum optisch effektvollen Silvester-Feuerwerk ist seit Jahren festzustellen“, bestätigt Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI), auf Nachfrage von shz.de.

Strenge Auflagen für Pyrotechnik

Diese Art der Feuerwerkskörper fallen in die Kategorie II und dürfen nur an Personen ab 18 Jahren verkauft und von Erwachsenen gezündet werden. Feuerwerkskörper der Kategorie I - etwa Knallbonbons, Knallerbsen oder Tischfeuerwerk - sind ab 12 Jahren frei und dürfen ganzjährig verkauft werden.

Die Verkaufsregelungen gelten jedoch nur für Pyrotechnik, die europäische Normen erfüllen. Entsprechende Zertifikate verteilt unter anderem die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Zugelassene Feuerwerkskörper sind an ihrer Kennzeichnung zu erkennen, die sich aus „BAM PI oder PII“ plus einer vierstelligen Nummer zusammensetzt - beispielsweise „BAM-PII-1850“.   

Hierdurch ist auch die Länge der Anzündschnur geregelt. „Die Normen legen fest, dass die Anzündstelle deutlich sichtbar sein oder durch eine Beschriftung oder Hinweise angezeigt werden muss“, sagt Gotzen. Zudem muss für den Verbraucher gut sichtbar sein, dass die Schnur brennt. „Die Brenndauer der Anzündung muss 3,0 bis 8,0 Sekunden bei Feuerwerkskörpern der Kategorien 1 und 2 betragen.“

Deutsche Böller relativ ungefährlich

Ebenfalls gesetzlich geregelt ist die Lautstärke von Knallkörpern. Bei Feuerwerkskörpern der Klasse II - etwa China-Böller - darf der maximale Schallpegel im Abstand von acht Metern 120 Dezibel nicht überschreiten. Der Wert entspricht ungefähr dem Geräuschpegel einer Kettensäge, eines Presslufthammers oder Gewitterdonner. Feuerwerkskörper der Klasse I müssen deutlich leiser sein. „Bei ihnen darf der maximale Schallpegel im Abstand von einem Meter maximal 120 Dezibel betragen“, sagt Gotzen.

Das Verletzungsrisiko durch genormte Pyrotechnik ist hierzulande vergleichweise gering. „Im Vergleich zu anderen EU-Ländern ist in Deutschland gesetzlich festgelegt, dass bei Knallkörpern kein Blitzknallsatz verwandt werden darf“, erklärt Gotzen. „Insofern haben in Deutschland vertriebene und zugelassene Knallkörper eine geringere Sprengkraft als etwa illegale Knallkörper.“ Bei Unfällen mit sogenannten Polen-Böllern gibt es jährlich Schwerverletzte und sogar Tote. Wer beim Zündeln mit illegalen Feuerwerkskörpern erwischt wird, muss mit einer saftigen Geldstrafe oder gar bis zu einem Jahr Freiheitsentzug rechnen. 

Doch nicht nur dafür drohen Strafen: In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie von Fachwerkhäusern darf Pyrotechnik nicht abgebrannt werden. Bei Fachwerkhäusern beträgt der Sicherheitsabstand bei herkömmlichem Silvesterfeuerwerk acht Meter. Und wer außerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitfensters knallt, das von Silvesterabend 18 Uhr bis zum frühen Neujahrsmorgen reicht, kann ebenfalls belangt werden.

Eltern können Kinder an Feuer gewöhnen

Daher rät Gotzen, Feuerwerkskörper im Zweifel besser für den nächsten Jahreswechsel aufzubewahren als sie um jeden Preis in der Silvesternacht zu zünden. „Bei einer trockenen Lagerung sind Feuerwerksartikel auch noch im nächsten Jahr verwendbar.“

Das Silvester-Feuerwerk ist für Eltern eine gute Gelegenheit, ihre Kinder an den Umgang mit offenem Licht heranzuführen. Dabei sollten sie darauf achten, dass lange Haare zusammengebunden werden und Pulli oder Bluse nicht weit und flatterig sind. „Gerade an der frischen Luft können Kinder beobachten, was mit mit einer Flamme geschieht, die einem Windstoß ausgesetzt ist“, sagt André Jeschkeit von der Kaufmännischen Krankenkasse KKH in Kiel. „Auch sollten Kinder grundsätzlich lernen, ein Feuerzeug, möglichst ein Stabfeuerzeug, zu bedienen – anfangs geführt von einer Erwachsenenhand, später dann allein.“

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