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Infektion im Kreis Segeberg : Zweijähriger stirbt nach Meningokokken-Infektion

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Das Kleinkind kam mit Verdacht auf die Bakterien-Erkrankung ins Krankenhaus – und starb.

Bad Segeberg | Im Kreis Segeberg ist ein zwei Jahre alter Junge an einer Meningokokken-Erkrankung gestorben. Das teilte am Donnerstag eine Sprecherin des Kreises mit. Das Kind kam am Dienstag mit Verdacht auf die Bakterien-Erkrankung ins Krankenhaus – nach Informationen der Lübecker Nachrichten in die Eutiner Sana-Klinik – und starb am Mittwoch.

Die Krankheit wird bei engem Kontakt über Tröpfchen-Infektion übertragen. Insgesamt sei die Erkrankungswahrscheinlichkeit gering, teilte der Kreis mit. In Deutschland gibt es pro einer Million Einwohner fünf Fälle im Jahr.

Fragen und Antworten zur Erkrankung: (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Was sind Meningokokken-Erkrankungen?

Eine Meningokokken-Infektion ist eine schwere Erkrankung, die innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann. Die Bakterien Neisseria meningitidis, auch Meningokokken genannt, verursachen meist eine eitrige Hirnhautentzündung, die sogenannte Meningitis, seltener eine Blutvergiftung. In Deutschland kommen Meningokokken-Erkrankungen selten vor, im Jahr etwa 5 Fälle pro 1 Million Menschen. Meistens handelt es sich um Einzelfälle oder um kleine örtliche Häufungen, insbesondere in den Wintermonaten.

Wie werden Meningokokken übertragen?

Am häufigsten werden Meningokokken als Tröpfcheninfektion übertragen. Die Bakterien befinden sich im Nasen-Rachenraum des Menschen. Sie gelangen beim Sprechen, Husten oder Niesen in kleinsten Speichel-Tröpfchen in die Luft und können eingeatmet werden. Die Erreger können auch bei engem Kontakt mit Erkrankten als Schmierinfektion übertragen werden, zum Beispiel durch Berührung des Nasensekrets. Außerhalb des Körpers sterben die Bakterien schnell ab.

Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?

Zwei Verlaufsformen der Meningokokken-Erkrankung können einzeln oder zusammen auftreten:

  • In etwa zwei Dritteln aller Fälle äußert sich die Erkrankung als Hirnhautentzündung.
  • In etwa einem Drittel der Fälle als Blutvergiftung.

Der Krankheitsbeginn ist meistens sehr plötzlich und schnell fortschreitend.

Wann bricht die Krankheit aus und wie lange ist man ansteckend?

Erste Beschwerden zeigen sich in der Regel drei bis vier Tage nach Ansteckung, seltener nach zwei bis zehn Tagen. Die Betroffenen sind 24 Stunden nach Beginn einer Antibiotika-Therapie nicht mehr ansteckend.

Wer ist besonders gefährdet?

An einer Meningokokken-Infektion kann jeder erkranken. Am häufigsten trifft es aber Säuglinge im ersten Lebensjahr, Kleinkinder oder Jugendliche. Die Ansteckungsgefahr ist bei schlechten hygienischen Bedingungen, geschwächter Abwehrlage oder in engen Wohnverhältnissen größer. Auch Rauchen oder eine vorangehende Virus-Erkrankung der Atemwege kann die Empfänglichkeit für eine Meningokokken-Infektion erhöhen.

Wie kann ich mich schützen?

Impfung:

Es gibt verschiedene Meningokokken-Typen. In Deutschland sind die Typen B und C am häufigsten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für alle Kinder im 2. Lebensjahr gegen den Typ C sowie eine Nachholimpfung aller Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr.

Folgenden Personengruppen wird ebenfalls zu einer Impfung gegen Meningokokken Typ C geraten:

  • Menschen mit Störungen des Abwehrsystems
  • Laborpersonal
  • Reisenden in Länder mit vielen Meningokokken-Erkrankungen
  • Menschen vor Pilgerreisen
  • Schülern und Studenten vor Auslandsaufenthalten in Länder mit einer Impfempfehlung
  • Bei regionalen Häufungen von Ausbrüchen
  • Bei bisher ungeimpften Kontaktpersonen von Erkrankten

Darüber hinaus stehen Impfungen gegen verschiedene weitere Meningokokken-Typen zur Verfügung. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über deren Risiken und Nutzen.

Als Kontaktperson von Erkrankten:

  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit den Kontakt mit Erkrankten.
  • Enge Kontaktpersonen, die im gleichen Haushalt mit Betroffenen leben, haben ein erhöhtes Risiko, an einer Meningokokken-Infektion zu erkranken.
  • Neben Haushalts-Kontaktpersonen können auch Sitznachbarn in der Schule, Kindergartenfreunde, Arbeitskollegen oder andere enge Bezugspersonen gefährdet sein.
  • Zur Vorsorge wird eine Antibiotika-Gabe so schnell wie möglich nach dem Kontakt empfohlen. Sinnvoll ist die Gabe noch bis zum 10. Tag nach dem Kontakt. So kann der Ausbruch der Erkrankung verhindert und die Übertragungsgefahr für andere vermindert werden.
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erstellt am 20.Feb.2015 | 10:16 Uhr

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