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Reet statt Moos : Zuschuss für Erhalt alter Reetdächer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

CDU-Fraktion möchte in der Niebüller Stadtvertretung eine Richtlinie auf den Weg bringen, die die Erneuerung ortsprägender Weichdächer erleichtert.

Reet auf den Häusern gehört so zu Nordfriesland wie die Ebbe zur Flut, auch in Niebüll. Doch die Dächer vieler mit dem nachwachsenden Baustoff gedeckten alten Katen bestehen augenscheinlich aus mehr Moos denn Reet. Den Eigentümern fehlen in manchen Fällen die finanziellen Mittel für ein neues Weichdach. „Aus diesem Grund wurden schon einige alte Reetdachhäuser mit einem anderen Dach versehen, einige sind wegen des maroden Daches sogar ganz verloren gegangen“, sagt Bernd Neumann, Vorsitzender der Niebüller CDU-Fraktion. Dazu soll es möglichst nicht mehr kommen. Daher möchte seine Fraktion eine Richtlinie zur Gewährung von Zuschüssen für die Erhaltung von Reetdächern auf den Weg bringen. Ein entsprechender Antrag soll bereits am Donnerstag in der Stadtvertretung beraten und beschlossen werden.

„Die alten Reethäuser sind nicht nur Zeitzeugen, sondern auch ein Kulturgut, ein wichtiges Stück Heimat und Identität für die Niebüller“, sagt Bernd Neumann. Daher möchte seine Fraktion, dass die Stadtvertretung die Verwaltung beauftragt, eine Richtlinie für die finanzielle Unterstützung für die Erneuerung von alten Reetdächern zu entwickeln. Ein vergleichbares Angebot gab es bereits vor etwa 15 Jahren. „Doch diese freiwillige Aufgabe wurde mit Blick auf die damals angespannte Haushaltslage wieder gestrichen“, sagt der CDU-Fraktionschef. Heute sehe die Finanzlage dagegen deutlich besser aus.

Klar ist, dass nur die Erneuerung und damit der Erhalt von alten Reetdächern gefördert werden soll. „Ob als Anschub- oder Unterstützungsfinanzierung: Wie und was finanziert wird, sollte in jedem Einzelfall geprüft und entschieden werden“, erläutert Neumann. So alt, dass der Denkmalschutz eine Rolle spielt, sollten die Häuser nicht sein, denn die damit verbundenen Auflagen seien schon enorm. Dem Antrag beigefügt sind zwei Mustersatzungen. Darunter eine der Gemeinde Hasloh. Auch dort sollten Reetdächer als Ausdruck Jahrhunderte alter Bau- und Wohnkultur durch Sanierungszuschüsse an die Eigentümer für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben.

Gefördert werden kann laut dieser Satzung die Eindeckung eines kompletten Daches, aber auch nur die von Teilen des Daches. Laut Mustersatzung soll sich die Gemeinde an den Kosten für ein neues Reetdach zu 50 Prozent beteiligen, der Höchstbetrag wird aber auf 5500 Euro festgelegt. Zudem beteiligt sich die Gemeinde mit 40 Prozent an der Feuerversicherungsprämie, um den Mehrbetrag gegenüber eines Hartdaches abzufedern. Der Eigentümer verpflichtet sich im Gegenzug dazu, das Reetdach mindestens zehn Jahre lang zu erhalten. Die Richtlinien für Niebüll könnten laut Neumann natürlich ganz andere Schwerpunkte haben. „Wichtig ist, dass die alten Reetdachhäuser als Kulturgut erhalten bleiben. Alte Dächer, die erneuert werden, tragen zudem zur Aufwertung des Ortsbildes bei“, sagt Bernd Neumann.

Diesem Ziel dient auch ein weiterer CDU-Antrag für die Sitzung der Stadtvertreter am Donnerstag – die Verschönerung der Niebüller Eingangsbereiche. „Die FH Westküste hat uns bescheinigt, welch touristisches Potenzial in Niebüll gehoben werden kann. Darauf sollten wir die vielen Insassen der vielen Autos, die durch Niebüll zum Autozug oder zur Fähre fahren, aufmerksam machen“, fordert Neumann. Durch ansprechende Bepflanzung und Schilder, die zum Beispiel auf das vielseitige Kulturangebot, auf das Prädikat Luftkurort oder auf die zum Bummeln einladende Innenstadt hinweisen. „Aber auch auf die offenen Supermärkte am Sonntag oder die günstigen, noch freien Gewerbeflächen“, sagt Bernd Neumann. 

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erstellt am 16.Mai.2017 | 04:43 Uhr

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