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Prävention : Ziel: Schule und Sport enger vernetzen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ausschuss diskutiert über die Gründung eines Sportrates. Gesundheits- und Gewaltprävention sowie Stadtlauf sind mögliche Themen.

shz.de von
erstellt am 07.Jul.2017 | 06:00 Uhr

Die drastische Zunahme motorischer Defizite, Gewaltprävention, Schwimmtraining für alle Kinder, der Erhalt des Stadtlaufs sowie die Schaffung zukunftsfähiger Hallen- und Sportplatzkapazitäten für Kinder und Jugendliche – rund um diese Ziele kreiste im jüngsten Schul-, Kultur- und Sozialausschuss die Diskussion über die Gründung eines Sportrates.

„Wir beobachten eine dramatische Zunahme von motorischen und konditionellen Defiziten bei unseren Schülern“, sagt Martin Perleberg von der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS). Die bestätigen auch die Vertreter der anderen Niebüller Schulen in der Sitzung des Fachausschusses. „Sie haben wahrscheinlich noch gar keine Ahnung, warum Sie eingeladen wurden“, sagt Ausschussvorsitzender Bernd Neumann zur Begrüßung der Lehrer und der Vertreter der Sportvereine. Doch die Erklärung folgt sofort: „Der Stadt liegt der Sport sehr am Herzen. Schule und Sport sind für uns untrennbar miteinander verbunden. Deshalb möchten wir die Initialzündung für eine bessere Vernetzung von Schule und Sport von allen Bildungsträgern, Vereinen und Institutionen geben, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben.“

Ob ein solcher Sportrat, dem auch Vertreter der Verwaltung, der Politik, des Jugend- und des Seniorenbeirats sowie des Beauftragten für Menschen mit Behinderung angehören sollen, Sinn macht, wollen die Ausschussmitglieder von den Schul- und Vereinsvertretern erfahren. Schwerpunkt sollte dabei an sich die Optimierung der gemeinsamen Nutzung der Sporthallen und -plätze durch Schulen und Vereine sein. Doch durch Wortbeiträge wie den von Martin Perleberg eröffnen sich in einer intensiven Diskussion noch ganze andere wichtige Themen und Aufgaben für einen künftigen Sportrat. „Um Schüler vor irreparablen motorischen Schäden zu schützen, könnten für ein solches Projekt auch Physiotherapeuten mit ins Boot genommen werden“, schlägt der FPS-Lehrer vor.

Von den Vertretern der Gemeinschaftsschule kommt zudem das Thema „Anti-Aggressionstraining“ auf den Tisch. Einige Schüler der GMS bräuchten dies dringend, daher würden Sponsoren und Hallenzeiten gesucht, was sich als Gemeinschaftsprojekt mehrerer Schulen und als ein Projekt des Sportrates einfacher gestalten könnte.

Mit dem Niebüller Stadtlauf, an dem sich die Schulen intensiv beteiligen, bringt Bürgermeister Wilfried Bockholt ein Aushängeschild der Stadt ins Gespräch, das die Unterstützung eines möglichen Sportrates gut gebrauchen könnte: „Es gibt ganz große Probleme, genügend Ehrenamtliche für die Organisation und Durchführung des Stadtlaufs zu finden. Da wird jetzt schon intensiv für 2018 gekämpft.“

Wichtig sei zudem die Sicherstellung, dass auch in Zukunft alle Kinder der Niebüller Schulen schwimmen lernen können. Dafür stehen in der 40 Jahre alten Schwimmhalle der Stadt mittelfristig einige Sanierungsarbeiten an.

Reichen die Kapazitäten der derzeitigen Sporthallen und Plätze? Das wollte Ausschussmitglied Thomas Uerschels von den Vertretern der Schulen und Vereine wissen. Einhelliges Fazit: Es reicht gerade so, alle Hallenzeiten sind belegt. Daran wird sich auch nach der abgeschlossenen Sanierung der einen der beiden Sporthallen des Schulzentrums nichts ändern.

Der Bau einer neuen Südtondernhalle an der FPS ist zwar im Plan. Doch mit Blick auf das komplexe Ausschreibungsverfahren des rund 3,5 Millionen Euro teuren Projektes, in das erhebliche Fördermittel fließen, „sehe ich einen Bau erst im Jahr 2019“, sagt Wilfried Bockholt. Die ältere Halle der Alwin Lensch Schule zeige deutliche Wehwehchen, besonders im Winter gebe es feuchte Wände und auch mal Schimmel zwischen den Matten, so ist im Ausschuss zu hören. „Wenn sich das durch eine andere Lüftung und Lagerung nicht ändern lässt, müssen wir auch da ran“, sagt der Bürgermeister.

Auf der Wunschliste der Schulen stehen zudem auch für Jugendliche geeignete Spielgeräte auf den Außenflächen, um überschüssige Energie in den Pausen abbauen zu können. Dass Zehn- bis 14-Jährige einen besonders großen Bewegungsdrang haben, bestätigen auch die Vertreter vom Haus der Jugend. „Man muss ihnen dann aber auch Sportarten anbieten, die angesagt sind“, sagt Orte Schruwe-Nissen. Wie vielfältig die Angebote der Vereine sind, ist in den Schulen meist gar nicht bekannt – eine weitere Kooperationsaufgabe. So lautet denn das Fazit von Bernd Neumann: „Wie immer das Gremium heißen wird, ein besserer Austausch zwischen Schulen, Vereinen und Institutionen ist gewünscht und notwendig.“ 

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