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Lokales

23. November 2017 | 01:15 Uhr

Bei Wesselburen : Wolf in Dithmarschen gesichtet

vom

Das Tier trabte an einer Straße entlang. Ein Experte bestätigt: Es war ein Wolf.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2017 | 15:55 Uhr

Norddeich | Am Montag ist in der Gemeinde Norddeich bei Wesselburen im Kreis Dithmarschen ein Wolf nachgewiesen worden. Das bestätigte am Mittwoch das Umweltministerium. Das Tier war einem Ehepaar während einer Autofahrt aufgefallen. „Der Wolf war in langsamem Trab an der Straße entlang gelaufen und beschleunigte beim Näherkommen des Fahrzeugs, um sich letztlich von der Straße zu entfernen“, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Den Beobachtern war es gelungen, Fotos zu machen, die eine eindeutige Bestimmung zuließen.

Der für Schleswig-Holstein zuständige Experte, Dr. Norman Stier von der TU Dresden, spricht nach Analyse der Bilder von einem „eindeutigen Nachweis“ nach Kategorie C 1. Dieser „eindeutige Nachweis“ nach Kategorie C1 liegt vor, wenn „harte Fakten, die die Anwesenheit eines Großraubtiers eindeutig bestätigen“.

Foto: privat

Dr. Stier lagen mehrere Fotos vor, aus denen er anhand der Körperform, Größe und Erscheinungsbild darauf schließen konnte, dass es sich um einen Wolf handelt. In einem Telefonat teilte er uns mit, dass er anhand der Kopfform davon ausgehe, dass der Wolf noch recht jung sei. „Ein bis zwei Jahre, maximal drei“. Auf einem anderen Foto, das dem Experten vorliegt, ist der Penis des Wolfes deutlich zu erkennen.

Er gehe davon aus, dass der Wolf alleine unterwegs ist und aus dem Süden hergekommen ist. Der aktuelle Wolfsnachweis im Kreis Dithmarschen ist damit der 36. Fall, in dem das Auftreten eines Wolfes sicher in Schleswig-Holstein nachgewiesen werden konnte. Bislang konnten aber keinerlei Fälle von dauerhaft in Schleswig-Holstein lebenden Wölfen bestätigt werden. Erst wenn sich ein Tier nachweislich mehr als sechs Monate in einem Revier aufhält, spricht man von einem „territorialem Einzeltier“.

Bereits am Sonntag und auch am Montag wurden dem Wolfsmanagement potentielle Wolfssichtungen aus der Region gemeldet. Zwar waren in einem Fall auch Fotos von dem vermutlichen Wolf gelungen, das zur Verfügung stehende Material hatte aber den strengen Kriterien für einen zweifelsfreien Nachweis eines Wolfs nicht genügt.

Bislang hat es aus dem Bereich Wesselburen/Heide keine Hinweise auf aktuelle Nutztierverluste gegeben. Alle Nutztierhalter werden aber gebeten, ihre Tiere verstärkt im Auge zu behalten. Hinweise zu angemessener Reaktion auf Wolfsbegegnungen finden Sie hier (Link).

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