Steinburger Kreishaus : Zehn Entwürfe für den Neubau

1. Preis: Die Arbeit des Stuttgarter Büros Walter Huber überzeugte die Jury mit einem ruhigen, hellen Baukörper aus Weißbeton. Ein glasgedeckter Lichthof bildet die Verbindung zum alten Landratsamt. Die Maßstäbe stimmen, sind sensibel ins Stadtbild integriert. Klar strukturierte und funktionale Büros, gute Einbindung des Kreistagssaales. Urteil der Jury: ein Entwurf von unaufgeregter und souveräner Qualität.
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1. Preis: Die Arbeit des Stuttgarter Büros Walter Huber überzeugte die Jury mit einem ruhigen, hellen Baukörper aus Weißbeton. Ein glasgedeckter Lichthof bildet die Verbindung zum alten Landratsamt. Die Maßstäbe stimmen, sind sensibel ins Stadtbild integriert. Klar strukturierte und funktionale Büros, gute Einbindung des Kreistagssaales. Urteil der Jury: ein Entwurf von unaufgeregter und souveräner Qualität.

Der Neubau des Steinburger Kreishauses nimmt Konturen an - zumindest auf dem Papier und in ersten Holzmodellen. Welcher Entwurf sollte umgesetzt werden?

shz.de von
14. September 2012, 03:11 Uhr

Itzehoe | Mehr als 120 Architektenbüros - auch aus dem europäischen Ausland - hatten sich an einem Gestaltungswettbewerb beteiligt. Die Aufgabe: Das marode Bahnhofshotel in der Itzehoer Viktoriastraße und das angrenzende Bollhardtsche Gebäude sollen modernen Verwaltungsräumen und angemessenen Sitzungszimmern sowie einem neuen Kreistagssaal weichen. Unzureichende Büroräume, hoher Unterhaltungsaufwand und immer mehr steigende Energiekosten sowie die Einhaltung von Brandschutzauflagen hatten zuvor den Kreistag zu einer entsprechenden Grundsatzentscheidung bewogen.
In dieser Woche fielen nun erste Vorentscheidungen. Eine unabhängige Jury von vier Fachpreisrichtern aus Rendsburg, Berlin, Aarhus und Kappeln sowie einem Vertreter sichtete die zehn in die engere Wahl gekommenen Entwürfe für einen Neubau. Hinzu kamen als Sachpreisrichter amtierender Landrat Dr. Heinz Seppmann, Heinrich Voß und Egbert Wittek als Vertreter des Bauauschusses sowie Bauamtsleiterin Ute Spieler und eine weitere Vertreterin. Ohne Stimmrecht nahmen Beate von Malottky sowie Vertreter einiger Kreistagsfraktionen teil.
Zugelassen für den Wettbewerb wurden zehn Beiträge - darunter zwei von Büros aus der Region. Am Ende machte ein Stuttgarter das Rennen. Das Büro Walter Huber überzeugte, so die Jury, durch einen ruhigen hellen Baukörper. In den Büroräumen seien angenehme Arbeitsbedingungen zu erwarten. Hier sollen auch die bislang in der Karlstraße untergebrachten Mitarbeiter aus dem Sozial- und dem Veterinäramt untergebracht werden. Besonders gelobt wurden ein großer Lichthof und die zentrale Erschließungshalle mit gelungener Anbindung an das historische Landratsamt und einem günstigen Zugang zum neuen Kreistagssaal. Die Arbeit wird mit einer Preissumme von 22.750 Euro belohnt. Auf Rang zwei landete der Entwurf eines Kieler Büros (Preissumme: 13650 Euro), Rang drei ein Büro aus Düsseldorf (9100 Euro). Die übrigen sieben Teilnehmer bekommen jeweils 5000 Euro an Aufwandsentschädigung. Mit 7 zu 1 Stimmen war das Urteil ziemlich eindeutig ausgefallen.
Gesamtkosten von zwölf bis 15 Millionen Euro
Bauamtsleiterin Ute Spieler erläuterte, dass die drei ausgewählten Entwürfe für den Kreis jetzt auch bindend sind, das heißt: Wenn gebaut wird, muss einer der drei prämierten Entwürfe umgesetzt werden.
Der eigens vom Kreistag eingesetzte baubegleitende Ausschuss hat sich mit den Entwürfen inzwischen bereits vertraut gemacht. Kommenden Dienstag sollen um 15 Uhr im Kreistagssaal die Preisträger ausgezeichnet werden. Amtierender Landrat Dr. Heinz Seppmann hält es für möglich, dass noch in der Dezember-Sitzung des Kreistages grünes Licht gegeben werden kann. Voraussetzung ist allerdings, dass dafür auch genug Geld zur Verfügung steht. Ute Spieler schätzt nach derzeitigem Planungsstand die Gesamtkosten auf zwölf bis 15 Millionen Euro.
Genauer kann dies erst nach der Detailplanung und der Vorlage von Ausschreibungsergebnissen beziffert werden. Zuletzt hatte das Kieler Innenministerium den Steinburgern noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Alle im Haushalt angemeldeten weitergehenden Verpflichtungsermächtigungen waren von der Kommunalaufsicht schlichtweg gestrichen worden. Heinz Seppmann äußerte allerdings die Hoffnung und die Erwartung, dass hier bei den bevorstehenden Haushaltsplanungen auch die Kieler Finanzwächter noch vor der Notwendigkeit eines neuen Kreishauses überzeugt werden können. Zuvor kann sich aber auch die Bevölkerung noch ihr Urteil bilden.

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