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Wilster : Wohnungsbau-Genossenschaft leidet unter zunehmendem Mieterwechsel

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erstellt am 18.Mai.2013 | 07:49 Uhr

Wilster | "2012 war ein sehr schwieriges Jahr für unsere Genossenschaft. Wir schreiben nach langer Zeit mal wieder rote Zahlen." Mit dieser wenig erfreulichen Feststellung leitete der Vorstandschef der Gemeinnützigen Wohnungsbau-Genossenschaft Wilster, Horst Gertz, die ordentliche Mitgliederversammlung im Colosseum ein. Trotz eines Defizits von 31 000 Euro im Jahr 2012 kann die Gewobau an ihre 164 Mitglieder eine fünfprozentige Dividende auf die Geschäftsanteile ausschütten.

"Das lässt unsere gute Eigenkapitalsituation zu", begründete Horst Gertz die übliche Dividende an die Mitglieder. Obwohl sich das Eigenkapital auf über 1,9 Millionen Euro verringert habe, sei die Eigenkapitalquote von 55 auf 59 Prozent gestiegen. In der Gegenrechnung hätten nämlich eine Schuldentilgung von 300 000 Euro nach Auflösung eines Bausparvertrages sowie Abschreibungen von 62 000 Euro die Bilanzsumme von 3,6 auf 3,2 Millionen Euro gedrückt.

Bei der Vermietung ihrer 113 Wohnungen in 17 Häusern hatte im vergangenen Jahr der Mieterwechsel deutlich zugenommen. Nach dem Auszug der Mieter habe es einen erhöhten Reparatur- und Sanierungsaufwand gegeben, betonte Gertz in seinem Geschäftsbericht.

Neben 190 000 Euro für Investitionen zum Erhalt des Hausbesitzes sei die Genossenschaft dazu übergegangen, nach und nach die Wohnungen mit einer Einbauküche auszustatten. Für zwölf Küchen wendete die Gewobau 38 000 Euro auf. "Ohne Einbauküchen wird die Neuvermietung der Wohnungen immer schwieriger", gab Horst Gertz zu bedenken. Der Einbau neuer Bäder sei weitestgehend abgeschlossen. Zukünftig würden Flure, Fenster und Haustüren ein Thema bei den Renovierungen sein.

Negativ stand er dem Verhalten der Arge gegenüber, die ihre Klienten veranlasse, sich eine günstigere Wohnung zu suchen. "Und das bei unserem sozialen Wohnungsbau mit staatlicher Förderung durch Kreis und Stadt und günstigsten Mieten", wunderte sich der Vorsitzende. Er betonte, dass es im vergangenen Jahr keine Mietausfälle gegeben habe. Im den kommenden Jahren rechne die Gewobau wieder mit Gewinnen. "Trotz Fortführung des Sanierungsprogramms gibt es keinerlei Risiken, die den Bestand unserer Genossenschaft gefährden könnten", beruhigte Gertz die Mitglieder und Mieter. Neubauprojekte seien nicht geplant. Dafür gebe es weder Bedarf noch liquide Mittel.

Die Versammlung, die mit einem gemeinsamen Essen verbunden war, hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Eggert Sühl eröffnet. Vorstandsmitglied Fred Uwe Lübbert verlas den positiven Prüfungsbericht des Genossenschaftsverbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen. Die Jahresrechnung wurde von den Mitgliedern genehmigt. Der Jahresverlust und die Zahlung der Dividende soll durch eine Rücklagenentnahme von 31 640 Euro gedeckt werden. In Abwesenheit wurden die Aufsichtsratsmitglieder Thies Wilckens und Hendrik Gertz für drei weitere Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

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