Waschfrau aus Kalkstein

Skulptur   vor dem Alten Rathaus enthüllt: Künstler Fritz A. Kunkelmoor (li.) und Bürgermeister Walter Schulz.  Foto: Pöschus
Skulptur vor dem Alten Rathaus enthüllt: Künstler Fritz A. Kunkelmoor (li.) und Bürgermeister Walter Schulz. Foto: Pöschus

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18. Dezember 2009, 09:53 Uhr

Wilster | In Erinnerung an das 725-jährige Bestehen Wilsters vor zwei Jahren wurde gestern die "Waschfrau" des Itzehoer Künstlers Fritz A. Kunkelmoor enthüllt. Die Skulptur stehe zudem an einem "historischen Ort", so Bürgermeister Walter Schulz.

Ungeachtet der beißenden Kälte fanden sich zahlreiche Schaulustige ein, als Mitarbeiter des Bauhofs die aus Thüster Kalkstein gehauene Plastik gegenüber dem Alten Rathaus von ihrer schützende Hülle befreiten.

"Wir waren alle sehr gespannt auf das Ergebnis, als der große Kalkstein hier angeliefert wurde", erklärte der Bürgermeister und blickte zufrieden auf die Skulptur. Immerhin wog der Steinblock im September, als Kunkelmoor seine Arbeit in einer Halle des Bauhofs begann, rund eine Tonne. Übrig geblieben ist am Ende ein immer noch stattliches Gewicht von rund 500 Kilo. Kunkelmoor fertigte die Plastik nach einem Gipsmodell. "Das war das zweite. Das erste fand nicht so viel Beifall, weil der Hintern als zu dick empfunden wurde", erzählte Kunkelmoor schmunzelnd. Die Vorlage für seine Arbeit überreichte er dem stellvertretenden Bürgermeister Helmut Jacobs, dem Ideengeber der Figur. Das Modell soll nun im Neuen Rathaus einen Platz bekommen.

Dass in der Straße "Op de Göten" eine steinerne Waschfrau aufgestellt wurde, so Jacobs, sei durch den Standort begründet. Denn dort floss früher ein Arm der Wilster-Au, es sei also äußerst wahrscheinlich, dass in Wilster wie in anderen Kommunen an einer derartigen Stelle einst Wäsche gewaschen wurde. Der Wasserarm wurde 1953 verfüllt. Der Name "Op de Göten" erinnert daran, denn er bedeutet auf Hochdeutsch "über der Gosse". Vor der Umbenennung war das die Marktstraße, denn dort fand vor dem Rathaus der Markt statt. Ein zusätzlicher Grund, die Skulptur dort an gewissermaßen prominenter Stelle zu platzieren, so Walter Schulz: "Ich hoffe, dass das für die Zukunft ein weiteres markantes Merkmal unserer Stadt wird."

Er bedankte sich zudem bei den vielen Spendern, die das Projekt unterstützt hätten. Ein großer Geldgeber war die Stiftung Verbandssparkasse Wilster. Auch vom Förderverein Nowy Staw kam ein Zuschuss.

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