zur Navigation springen
Wilstersche Zeitung

23. November 2017 | 03:07 Uhr

Wassersport : Von Wesermarathon bis Stör-Tour

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mitglieder der Kanugruppe Wilster sind mit ihren Paddelbooten in ganz Deutschland unterwegs. Die Saison für Ausflüge auf dem Wasser hat begonnen.

Elbe, Fulda, Werra, Weser – viele Menschen kennen diese Flüsse nur von Land aus oder aus dem Fernsehen. Mitgliedern der Kanu-Gruppe Wilster (KGW) sind diese Gewässer aber weitaus vertrauter: Viele von ihnen haben die Flussläufe bereits im Einer- oder Zweierkajak befahren, anderen wird sich in diesem Jahr die Gelegenheit dazu bieten. Der Grund? Sie sind Angebot im Fahrtenkalender der KGW für die laufende Saison.

Die erste große Fahrt steht unmittelbar bevor. Am ersten Mai-Wochenende ist Hannoversch-Münden der Zielort. Bei der Werraland-Rallye und beim Wesermarathon wollen die Aktiven der KGW jeweils mehr als hundert Kilometer zurücklegen. Während die Vorfahrt auf der Werra mit 23 Kilometer Länge noch recht entspannt in Angriff genommen werden kann, geht es anderntags zwischen Hannoversch-Münden und Holzminden auf dem 80 Kilometer langen Törn mit wenigen Pausen aber so richtig zur Sache: Wer da nicht fit ist, dem dürften die Arme zum Schluss lang und länger werden.

Etwas länger aktiv sein wollen die 19 Paddler, die vom 2. bis 9. Mai von Rotenburg an der Fulda bis Minden an der Wester insgesamt 301 Kilometer lang Wasser und Landschaft genießen wollen. Nach dieser 25. „Herrentour“ soll dann auch ein Wert in die Vereins-Chronik einfließen, den 1990 noch niemand in Wilster in seinem Kopf hatte: „Bei unserer Jubiläumstour werden wir wohl die 65000-Kilometer-Marke knacken“, sagt Jürgen Kock, der die „Herrentour“ dann zum 20. Mal miterlebt haben wird. Noch ausdauernder ist Kai Nimz, der lediglich in 2012 die Peene und den Peenestrom ausgelassen hatte, ansonsten aber überall mit dabei war, wo es schön ist – und dazu gehören die Mosel und der Rhein ebenso wie der Yukon in Kanada oder die Neiße und die Oder an der Grenze zu Polen. Bislang, so gibt die Statistik her, haben 28 KGW-Herren in den zurückliegenden 24 Jahren zusammen 59685 Kilometer erpaddelt. 65404 sollten es am Abend des 9. Mai sein.

Eine so genannte Gepäckfahrt werden auch die KGW-Damen unternehmen. Sie zieht es auf die Oste in Niedersachsen. „Von Neuhaus aus geht es den Fluss zwei Tage hinauf bis nach Bremervörde und dann wieder in zwei Etappen zurück. Geschlafen wird in Zelten“, erklärt Damen- und Mädelwartin Ariane Kappelau das Prozedere. „Für uns wird das in dieser Form neu sein, denn eine mehrtägige Gepäckfahrt nur für Damen gab es bisher in unserem Verein noch nie.“

Viel Interessantes steht auch auf dem Plan von Doris Neumann und Sabine Jensen. Beide Kanutinnen werden sich im Jubiläumsjahr des Deutschen Kanu-Verbandes an der 20. Internationalen Elbefahrt von Schmielka nach Hamburg (12. Juli bis 3. August) beteiligen und zusammen mit über 1000 anderen Aktiven je 610 Kilometer lang paddeln. „Für uns ist eine Etappenfahrt in dieser Größe Neuland“, sagt Ariane Kappelau, die in der ersten Woche dabei sein will, wenn von Schmielka nach Coswig gefahren wird. „Ich habe Respekt vor der Tour“, bekennt sie. Andererseits empfinde sie das aber auch als große sportliche Herausforderung und als Chance, etwas Neues zu erfahren. „Es wird nicht nur gepaddelt. Es gibt auch Ruhetage, an denen die Teilnehmer mit den Sehenswürdigkeiten am Fluss vertraut gemacht werden.“ So zum Beispiel in Dresden, Lutherstadt Wittenberg oder in Magdeburg.

Wenn Ingmar Engel in den Terminkalender der Jugendgruppe schaut, dann sticht die Zeit vom 12. bis 20. Juli besonders hervor: „Da geht es an die Weser und an Fulda oder Werra“, sagt der Jugendwart. Zurückgelegt werden sollen dann von jedem Fahrtenteilnehmer während der Jugendurlaubstour 200 Kilometer. Dass so etwas der ordentlichen Vorbereitung bedarf, weiß Ingmar Engel aus Erfahrung. Wer mit wolle, müsse vorher Bedingungen erfüllen: „Vorweg müssen alle 160 Kilometer gefahren sein, regelmäßig am Jugend- und Kentertraining teilgenommen haben und bei einer Wochenendfahrt präsent gewesen sein.“ Um insbesondere die geforderten 160 Kilometer bis zum Stichtag erbringen zu können, biete er neben dem obligatorischen Jugendtraining auch Extrafahrten auf der Stör an.

In punkto Abenteuer abstinent bleiben müssen bei der KGW jüngere Schüler nicht. „Für Zehn- bis Elfjährige bieten wir Ende Mai bis Anfang Juni ein Zelten und Paddeln am Bootshaus an, damit auch diese Altersgruppe besondere Erfahrungen im Gemeinschaftsleben bekommt.“ Danach sei dann für die älteren Hasen unter den Schülern und Jugendlichen Mitte Juni ein Kanuwochenende beim Itzehoer Kanu-Club geplant.

Trotz des frühen Zeitpunkts im Jahr: KGW-Wanderwart Peter Huusmann stellt heraus, dass die Paddelsaison für die Wilsteraner Kanuten längst begonnen hat. Zunächst gab es Ende März die Kleinflussfahrt auf der Stör, die von Arpsdorf nach Wittenbergen führte: „Für Paddler sind diese 20 Kilometer eine ganz reizvolle Strecke. Die Renaturierungsmaßnahmen wie Sandfänge, Sohlgleiten und der Einbau von totem Holz, um die Strömung in die Stör zu lenken, sind dort sehr gut zu beobachten.“ Sehr erfolgreich sei auch das Anpaddeln des Vereins auf der Wilster Au vom Bootshaus bis zum Rastplatz Alte Schmiede und zurück gewesen. „Erfreulich war, dass viele neue Gesichter unter den 40 Teilnehmern waren – junge wie alte“, freut sich Peter Huusmann. Von ihm lobend herausgestellt – der erst zehnjährige Torben Sojka: „Weil kein Zweier mehr frei war, hatte Torben die insgesamt 20 Kilometer lange Strecke im Einer-Kajak zurückgelegt. Eine tolle Leistung. Das hätte ich in seinem Alter nie geschafft.“

Rot angestrichen ist bereits jetzt ein Termin am Ende des Sommers. Peter Huusmann: „Am 13. September veranstalten wir unsere Verbandsfahrt auf der Wilster Au vom Bootshaus bis zum Nord-Ostsee-Kanal und zurück.“ Im Zusammenhang mit diesem Termin hoffe er, dass die Beteiligung in diesem Jahr genauso gut wird wie 2013. „Vor gut einem halben Jahr waren wir 75 Teilnehmer aus den verschiedensten Wassersportvereinen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen