Tag der offenen Tür: Bienenvolk tanzt für die Besucher des Kalbsberg-Flohmarktes

Joachim Nöhren zeigt seinen Besuchern, wie er anhand des  Bienentanzes feststellt, wo die Bienen waren.  Jannes, Inga Sievers sowie  Ann-Katrin und Bianca Bentfer schauen interessiert zu.  Foto: reimers
Joachim Nöhren zeigt seinen Besuchern, wie er anhand des Bienentanzes feststellt, wo die Bienen waren. Jannes, Inga Sievers sowie Ann-Katrin und Bianca Bentfer schauen interessiert zu. Foto: reimers

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21. August 2012, 03:59 Uhr

Oelixdorf | Joachim Nöhren nimmt eine Art Zirkel in die Hand. Der 54-jährige Imker legt dieses Gerät auf die eine Schar von Bienen, die hinter Glas gerade ihren Nektar abliefern und dabei tanzen. "Anhand des Bienentanzes kann ich herausfinden, wie weit sie geflogen sind." Den Zirkel legt er auf eine Karte und kann so genau den Ort bestimmen. Dies erklärte er den Besuchern, die zum Flohmarkt am Kalbsberg gekommen waren und seinen Tag der offenen Tür nutzten.

Die Imkerei ist ein Kindheitstraum, den der Mitarbeiter in der Seelsorge bei der Bundeswehr aber erst vor drei Jahren verwirklichte. "Willst Du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen", zitierte er. "Bienen als Gesamtheit sind fantastisch." Es sei enorm, was sie leisten.

Als er vor drei Jahren einen Imker besuchte, um bei ihm etwas zu lernen, gab dieser ihm am Schluss einen "Ableger" mit - ein "Jungvolk". Joachim Nöhren hatte vorher viel im Internet zum Thema recherchiert und Lehrgänge beim Imkerbund absolviert. Die Faszination war so groß, dass er heute bereits acht Völker im Garten stehen hat - nebst einem Raum, in dem er arbeitet.

Angst braucht keiner vor den summenden Insekten zu haben. Sie seien so gezüchtet, dass sie nicht aggressiv reagieren, beruhigte Nöhren. Der Imker zeigte seinen Besuchern auch einige Varroamilben. Erwachsene Bienen und deren Brut werden gleichzeitig von dem Parasit befallen. Gegen die Milbe haben viele Imker zu kämpfen. Nöhren setzt dazu Ameisensäure ein.

Die Milbe ist aber nicht Ursache für die diesjährige schlechte Ernte an Obstbäumen. 80 Prozent der Obstbäume werden über Bienen bestäubt "Die Bienen haben sich zu spät entwickelt, es war zu feucht."

Dieses Jahr sei ein gutes Beispiel dafür, wie sehr Landwirte auf Bestäubung von Bienen angewiesen seien, sagte er zur schlechten Rapsernte. Bienen müssen bis zu zehn Millionen Blüten befliegen, um ein Kilogramm Honig zu sammeln.

Joachim Nöhrens Bienen haben rund um Oelixdorf noch viel ländliche Idylle. Wer seinen Obstbaum bestäubt haben will, dem rät er, Krokusse zu setzen, aber auch auf Spätblüher zu achten. Gut seien heimische Pflanzen. Seinen Honig nennt der Oelixdorfer "Sommertracht". Im nächsten Jahr will er seinen Bienen einen Ausflug in die Rapsfelder gönnen. "Rapshonig" ist immer noch ein Verkaufsschlager, weiß er von seinen Kollegen.

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