Siezbüttel gibt Eigenständigkeit auf

Gab Auskunft zur Eingemeindung: Siezbüttels Bürgermeisterin Gunhild Göttsche. Foto: werlich
Gab Auskunft zur Eingemeindung: Siezbüttels Bürgermeisterin Gunhild Göttsche. Foto: werlich

Einwohner stimmen für Eingemeindung in Gemeinde Schenefeld zum 1. Januar 2013

shz.de von
04. April 2012, 07:58 Uhr

Schenefeld | Siezbüttel hat sich entschieden: Im Rahmen ihrer jüngsten Gemeindeversammlung stimmten die Einwohner mit großer Mehrheit einer Eingemeindung in die Gemeinde Schenefeld zu. Grund: Sie sehen für das kleine Bauerndorf keine Zukunftsperspektive. Vorausgegangen war eine sehr sachlich geführte Diskussion über das Für und Wider der Eingemeindung, die von den Siezbüttelern als ein "großer Schritt" empfunden wird. Gemeinsam standen Schenefelds Bürgermeister Hans-Heinrich Barnick und Bürgermeisterin Gunhild Göttsche aus Siezbüttel den Teilnehmern Rede und Antwort. Unterstützt wurden sie dabei von den Schenefelder Gemeindevertretern Jens Polster, Gerhard Boll und Friedrich Tödt, die im Arbeitskreis "Eingemeindung" mitgearbeitet hatten. Der Leitende Verwaltungsbeamte Andreas Faust gab Auskunft in rechtlichen und formalen Angelegenheiten.

Das Spektrum der Bürgerinteressen ist groß: Es reicht von der zukünftigen Regelung des Jagdrechtes über die Abwasserentsorgung bis hin zur Schülerbeförderung und zum Winterdienst oder auch einer möglichen Mitarbeit in der Schenefelder Gemeindevertretung.

Ein Entwurf des Gebietsänderungsvertrages war den Teilnehmern bereits vor Versammlungsbeginn ausgehändigt worden. Darin ist unter anderem auch die Rechtsnachfolge geregelt.

Bürgermeister Hans-Heinrich Barnick betonte ausdrücklich, dass sich für die Dorfgemeinschaft Siezbüttel mit ihren zurzeit 64 Seelen nach einer Eingemeindung nicht viel verändern werde: "Siezbüttel bleibt Siezbüttel".

Dass der Radweg von Schenefeld nach Siezbüttel vom Mühlenteich ausgehend weitergeführt werden soll, begrüßte der Großteil der Versammlungsteilnehmer.

Mit der zukünftigen Bezeichnung: "Schenefeld - Ortsteil Siezbüttel" waren die Anwesenden ebenso einverstanden.

Am Ende der Diskussion stellte Bürgermeisterin Gunhild Göttsche noch einmal klar, dass Siezbüttel keinesfalls "pleite" sei, wie einige Teilnehmer vermuteten. Vielmehr habe die Gemeinde sehr sparsam gewirtschaftet und verfüge über ein Rücklagenpolster. Fakt sei jedoch, dass sich die Einnahmesituation immer mehr verändere, so dass immer häufiger auf die Rücklagen zurückgegriffen werden müsse. Hans-Heinrich Barnick und Friedrich Tödt erläuterten, dass nach einer Eingemeindung alle Finanzen zusammen verwaltet werden: "Was Schenefeld gehört, gehört auch Siezbüttel und umgekehrt."

Für die Eingemeindung stimmten 28 Siezbütteler Einwohner bei neun Gegenstimmen und drei Enthaltungen: "Das ist eine deutliche Mehrheit", sagte Bürgermeister Barnick erfreut und hieß die Versammelten in Schenefeld willkommen. Als weiteren notwendigen Schritt nannte Andreas Faust die Zustimmung der Schenefelder Gemeindevertretung und des Amtsausschusses. Danach steht die Prüfung der Finanzen durch die Kommunalaufsicht auf dem Plan.

Der Termin für die Eingemeindung Siezbüttels in die Gemeinde Schenefeld wurde auf den 1. Januar 2013 festgesetzt.

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