Wilster : Senioren: Ausbau-Belastung zu groß

Beirat kritisiert angesichts der drohenden Kosten die Stadtplanungen für die Rumflether Straße

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24. September 2011, 08:26 Uhr

Wilster | Der Ausbau der Rumflether Straße - schon im vergangenen Jahr übte der Seniorenbeirat Kritik an dem Vorhaben, das ursprünglich schon für 2011 geplant war. Jetzt soll die Straße in zwei Bauabschnitten in 2012 und 2013 ausgebaut werden. Generell, so Seniorenbeiratsvorsitzender Jochen Meiforth, sei ein solcher Straßenausbau eine tolle Sache - doch nicht angesichts der hohen Kosten und der immensen Verschuldung der Stadt. "Wer soll das noch bezahlen?", fragen sich die Mitglieder des Seniorengremiums. In einem Pressegespräch machten Jochen Meiforth, Klaus Röhlig und Sabine Friedrichs die Meinung des Seniorenbeirats zu diesem Thema deutlich: Die finanzielle Belastung für die Anwohner ist zu hoch, die Kommunalpolitik solle sich Gedanken über neue Wege der Kostenverteilung machen - und den Ausbau auch angesichts der desolaten Haushaltslage nochmals verschieben.

"Wir waren begeistert, als es im vergangenen Jahr im Bauausschuss hieß, dass die Baumaßnahme Rumflether Straße nicht in 2011 erfolgen sollte, um die Stadtkasse zu entlasten", so Jochen Meiforth. Schließlich werde es auch für die Bürger zu teuer. Doch leider sei die Auffassung des Bauausschusses bei der Sitzung am 18. August dieses Jahres wieder in eine andere Richtung geschwenkt. "Nun soll doch gebaut werden", und das erwartete Kostenvolumen betrage 1,2 Millionen Euro. "Wir fragen uns, wohin die Stadt mit der Belastung der Bürger steuert", fügte Meiforth hinzu. In Wilster werden beim Straßenausbau die Anwohner entsprechend ihrer Grundstücksgröße an den beitragsfähigen Kosten beteiligt. Das durchschnittliche Renteneinkommen bewege sich um 950 Euro im Monat. "Eine Witwe hat noch weniger." Hinzu komme, dass die städtischen Gebühren steigen: Das Schmutzwasser wurde in diesem Jahr teurer, der Strompreis stieg, der Wasserpreis soll noch dieses Jahr erhöht werden und die Grundsteuer B steige in 2013. Nicht allein für Senioren Kosten, die kaum bald nicht mehr zu bewältigen seien. "Wir müssen als Rentner wieder arbeiten gehen und Geld dazuverdienen." Das, so die Beiratsmitglieder, sei heute schon keine Seltenheit mehr.

Zu den privaten Anwohnern kämen in der Rumflether Straße ja auch noch Gewerbetreibende. Für die könnten die immensen Kosten existenzbedrohend sein, mutmaßt der Seniorenbeirat. Außerdem fragen sich die Senioren, ob die Anwohner auch für Kosten aufkommen müssen für Maßnahmen, von denen sie keinen Nutzen haben. "Zum Beispiel die Kabel für die Photovoltaik", führt Jochen Meifort an. Letztendlich stelle sich die Frage, wohin Wilster finanziell steuere. Schließlich werde der Schuldenstand Ende 2011 bei etwa fünf Millionen Euro liegen. "Und Wilster baut weiter, weiter, weiter....." Unverständlich ist den Senioren auch, warum die seinerzeit versprochene Kostensenkung mit dem Ausbau der Schmutz- und Regenwasserkanäle im Bereich Johann-Meyer-Straße/Lange Reihe/Bischofer Deich noch nicht eingetroffen seien. Nun wünschen sich die Senioren Antworten von politischer Seite, hoffen vorerst auf den Ausbauverzicht. Und vor allem wollen sie Perspektiven, die das Leben in der Stadt auch für Senioren noch bezahlbar machen

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