zur Navigation springen
Wilstersche Zeitung

21. Oktober 2017 | 20:17 Uhr

Schwacher Wind - starke Resonanz

vom

Mühlentag in Wilster und Stördorf wieder ein Erfolg / Sparkasse Westholstein spendet 2000 Euro für Sanierung der Schöpfmühle Honigfleth

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Wilster/Stördorf | Ohne Wind können sich Windmühlen nicht drehen. Das wurde auch am gestrigen Deutschen Mühlentag wieder einmal bestätigt. "Der Wind ist einfach zu schwach, um die Flügel zu bewegen", bedauerte der Mühlenwart der Rumflether Mühle, Horst Dittberner. Gemeinsam mit Bernd Schwutzke hatte er dennoch viel zu tun. Immer wieder zeigten Besucher Interesse, sich durch die Galerie-Holländermühle der Familie Martens führen zu lassen. Eigens zu diesem Tag hatte sie einen neuen Faltprospekt aufgelegt, der mit Text und Fotos über die Geschichte der Mühle berichtet. Sie war 1872 von dem damals 70-jährigen Mühlenbauer Peter Sießenbüttel erbaut worden. Es ist überliefert, dass er für seine Bauten niemals Zeichnungen brauchte. Er hatte alle Maße und die Mengen des erforderlichen Materials im Kopf.

Anna Martens bewirtete die Besucher in der Mühle gemeinsam mit ihren Kindern Christina, Jutta, Wiebke und Detlev mit Kaffee, Kuchen und Schmalzbroten. "Opa Rolf" Lindhorst unterhielt vor der Mühle mit seiner handgemachten Musik, und am frühen Nachmittag ließen die Brunsbütteler Senioren Leo Schiffer und Edith Kuhlmann wie gewohnt ihre Drehorgel erklingen. Ein Privatflohmarkt sowie die Oldtimer-Treckershow der Alttraktorenfreunde Westküste rundeten das Programm ab, während ein knappes Dutzend von Hobbybastlern ihre Modellbauschiffe auf dem Mühlenarm der Wilsterau öffentlich zur Schau stellte. Auftakt der Veranstaltung war schon am frühen Morgen die von Jörg Hamann organisierte Zollstockbörse im Mühlenspeicher, in dem auch der Kunstmaler Karl-Heinz Plehn seine Bilder zum Verkauf ausstellte (Bericht folgt).

Über mangelnden Besuch konnte auch der Förderverein Bockmühle in Honigfleth nicht klagen. Vorsitzender Helmut Sievers, zugleich Bürgermeister in Stördorf, begrüßte viele interessierte Besucher an der Schöpfmühle. Erläuterungen zu der letzten der früher über 300 zur Entwässerung der Wilstermarsch betriebenen Windmühlen gaben Mühlenwart Wolfgang Möller, Claus Bracker und Peter Schütt. Obwohl die Schöpfmühle wegen der andauernden Flaute nicht in Betrieb gesetzt werden konnte, konnten die Mühlenfans deren Arbeitsweise an der zusätzlich aufgebauten Elektroschnecke hautnah erleben. Die Dithmarscher Musiker Thorsten Franck und Henning Gußmann begeisterten als Duo "Die Kluntjes" die Zuhörer mit ihren plattdeutschen Liedern und Döntjes.

Der Mühlentag war für die Schöpfmühle und deren Förderverein ein besonderes Ereignis, konnte Helmut Sievers doch für dringende Sanierungsmaßnahmen an der unter Denkmalschutz stehenden Mühle eine überraschende Spende von 2000 Euro von der Sparkasse Westholstein in Empfang nehmen. "Wir wollen mit unserer Unterstützung verhindern, dass der Förderverein seine Rücklagen für diesen Zweck angreifen muss", sagte die Wilsteraner Filialleiterin Sabrina Schröder.

"Wir achten sehr stark darauf, dass ein großer Teil der Erträge, die wir mit unseren Kunden hier vor Ort erwirtschaften, auch wieder hier in die Region zum Erhalt einer attraktiven und abwechslungsreichen kulturellen und sozialen Infrastruktur zurückfließt", betonte Wilfried Höer, Vertriebsdirektor der Filialen Süd. Darüber hinaus sorgte die Sparkassen-Stiftung Verbandssparkasse Wilster dafür, dass die Kutschfahrten zwischen Rumflether und Honigflether Mühle für die Besucher kostenlos angeboten werden konnten. Claus Lahann aus Holsteinniendorf pendelte mit seinem Gespann zwischen den beiden Mühlen. Wie Helmut Sievers herausstellte, musste der Förderverein unerwartet bauliche Maßnahmen an der Schöpfmühle vornehmen, weil der Tunnel im Wasserauslauf teilweise eingebrochen war. "Die Wölbung haben wir mit Rotsteinen neu gemauert", berichtete Sievers. Ebenso muss ein Teil der Sohle neu hergerichtet werden. Darüber hinaus haben die Vereinsmitglieder die Zufahrt zum Mühlenpavillon mit einer zusätzlichen Schicht Hochofenschlacke geebnet und gewalzt. In Kürze stehen die Sanierung und Renovierung des Pavillons sowie des Flügelkreuzes an. Damit wollen Peter Schütt und die Jugendgruppe Witterungsschäden beseitigen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen