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Wilstersche Zeitung

17. Dezember 2017 | 19:04 Uhr

Reißende Donau und reine Natur

vom

Sechs Wilsteraner Kanuten machten sich auf zur Herrentour durch Bayern

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Wilster | Die 24. Herrentour der Kanu-Gruppe Wilster führte sechs Wanderpaddler an die Donau. Zwischen Neu-Ulm und Passau legten Reinhard Frisch, Dieter Horstmann, Kai Nimz, Robert Looft, Georg Diederich und Richard Ruge an sieben Etappentagen mit Einerkajaks rund 362 Kilometer zurück. Die Längen der einzelnen Abschnitte schwankten dabei zwischen 34,6 und 61,1 Kilometer, und sie dauerten bis zu acht Stunden.

Übernachtet hatte die Gruppe größtenteils im Zelt. Untergebracht war sie aber auch in Gebäuden von Kanu- und Ruderclubs entlang des Flusses. Robert Looft erinnert sich noch gern daran: "In der Einsiedelei in Klosterl sind wir sehr nett aufgenommen worden." Der interessanteste Streckenabschnitt war für Georg Diederich das Stück zwischen Kloster Weltenberg und Kehlheim: "Das gehört zum Weltnaturerbe, und da wird die Donau auch eng und reißend und fließt unterhalb von Felswänden, die bis zu 100 Meter hoch sind." Was er im Nachhinein bedauert: "Leider haben wir am Kloster Weltenberg nicht angehalten, dabei ist es das älteste Kloster Bayerns." Apropos reißendes Wasser: Die schnellste Fahrt erlebten die Wilsteraner nach dem Zufluss der Isar in die Donau südlich von Deggendorf und östlich von Plattling mit: 15 Stundenkilometer erreichten ihre Kajaks dort. Gegenüber den fünf bis sechs Kilometern, die Kanuten auf der Wilster Au binnen 60 Minuten zurücklegen können, der wahre Geschwindigkeitsrausch, den die Sechs auf der Donau auch genossen haben. Obwohl die Donau in den Tagen der Herrentour bei gutem Wetter sehr viel Wasser führte, sei sie doch nichts für Alleinpaddler: "Auf der gesamten Länge trafen wir auf Staustufen, an denen wir unsere Boote auch umtragen mussten. Dazu benutzten wir Tragegurte und unsere Armkraft und halfen uns gegenseitig beim Tragen. Denn alleine schafft man das nicht, weil die Kajaks und das Gepäck ja auch etwas wiegen", erzählt Georg Diederich von anstrengenden Momenten während der Fahrt. Besser hatten sie es dort, wo es Bootsrutschen gab oder wo sie unerwartet auch schleusen konnten - zum Beispiel bei Passau. Kai Nimz, ein Berufstaucher, organisierte das Schleusen über Mitarbeiter des örtlichen Wasser- und Schifffahrtsamtes und ersparte sich und allen anderen eine Stunde Boote schleppen. "Das war reiner Zufall", betont Georg Diederich, "wäre Kai nicht vom Fach gewesen, hätten wir die Großschleuse mit unseren kleinen Booten sicherlich nicht nutzen dürfen."

Was der Wilsteraner Gruppe im Alter von 43 bis 66 Jahren unterwegs auffiel? "Wir trafen auf wenig Wanderpaddler", stellte Robert Looft heraus. Und Georg Diederich kannte auch den Grund: "Die meisten Kanuten an der Donau sind mit ihren kurzen und stabilen Booten im Wildwasser anderer Flüsse unterwegs." Als Nebeneffekt bringe das mit sich, dass Wasserwanderer auf der Donau wenig Kontakt zu anderen Paddlern hätten. Wenn auch Menschen auf dem Fluss seltener anzutreffen waren und der Berufsverkehr, bestehend aus Kreuzfahrtschiffen, Lastkähnen und anderem Kleinschiffsverkehr, erst ab Kehlheim einsetzte, so registrierten die Schleswig-Holsteiner am gesamten Fluss doch eine üppige Vogelwelt - bestehend aus vielen Enten, Gänsen und Schwänen.

Doch nicht nur Wasservögel beobachteten die Wilsteraner Herren. Ihre Blicke waren auch auf viele Biber gerichtet, die im Donaugebiet heimisch sind. "Um uns herum war reine Natur", schwärmt Georg Diederich. Dass es im nächsten Jahr auch eine Herrentour mit Paddlern der Kanu-Gruppe Wilster geben soll, das ist sicher.

Und weil es sich dann um die 25. Tour handelt, die der rührige Verein auf die Beine stellen wird, hat Richard Ruge auch schon das Motto für den Termin ausgerufen: "Silberhochzeitstour." Allein das Ziel ist noch nicht festgelegt.

Das waren die Tagesetappen: Neu-Ulm bis Dillingen: 48,1 Kilometer; Dillingen bis Neuburg: 61,1; Neuburg bis Kösterl bei Kehlheim: 60,7; Kösterl bis Regensburg: 34,6; Regensburg bis Straubing: 54,2; Straubing bis Deggendorf: 42,5 und Deggendorf bis Passau: 60,7.

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