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Stadtgeschichte : Neues Rathaus sanierungsbedürftig

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Rathaus-Förderverein in Wilster hat mit den alten Gebäuden viel vor. Zunächst steht aber die dringende Sanierung des Neuen Rathauses auf der Agenda.

Im Neuen Rathaus der Stadt Wilster wird erheblicher Sanierungsbedarf immer dringlicher. Architektin Christine Scheer, die für die Stadt die planerische Begleitung übernommen hat, sprach allerdings von keinen Besorgnis erregenden Zuständen. Der Statiker habe jedoch festgestellt, dass die Rückseite des Rathauses „die Tendenz erkennen lasse, nach außen zu drängen“. Hier könne man mit Ankern die Stabilität sichern. „Ich bin ganz optimistisch, dass es keine großen Probleme geben wird“, sagte Christine Scheer auf der Hauptversammlung des Fördervereins „Historische Rathäuser“.

Die Architektin erläuterte die Problemstellen bei einem Rundgang sowohl im Gebäude als auch vor der Rückseite des 1785 errichteten Rathauses. Eine Pfahlgründung, wie sie heute üblich sei, habe man damals nicht gekannt. Sie vermutet, dass das Rathaus auf einer Flachgründung mit Ziegelmauerwerk gebaut worden ist. Die Kosten für die Sanierung hat Christine Scheer mit rund 130 000 Euro überschlagen. Im rückwärtigen Raum des ersten Obergeschosses gegenüber dem Spiegelsaal sind unter den Tapeten gut erhaltene Wandmalereien freigelegt worden. „Es wäre schön, wenn dieser Raum wieder in seinem Ursprung hergerichtet werden könnte“, schwärmte die Architektin. Rissbildungen an den Decken seien durch Schönheitsreparaturen zu beseitigen. Einige Deckenbalken seien zwar schadhaft, was aber nicht Besorgnis erregend sei. Denn es gebe weder einen Schwammbefall noch Verrottungen am Gebälk.

Die Ausschreibungen für die geplanten Sanierungsmaßnahmen seien unterwegs. Jetzt müsse man die Angebote abwarten und prüfen – „und dann geht es irgendwann auch los!“ Christine Scheer zeigte sich optimistisch, dass die Stadt für die anstehenden Investitionen Zuschüsse sowohl vom Land als auch aus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werde einsetzen können.

Der Förderverein Historische Rathäuser in Wilster führte seine 3. Hauptversammlung im Spiegelsaal des Rathauses durch. Der Verein, so berichtete Vorsitzender Holger Stamm, zählt nahezu konstant 173 Mitglieder: 10 Gemeinden, 23 Firmen und 140 Einzelpersonen. Durch die Beiträge von insgesamt 4440 Euro und weitere Spenden und Erlöse aus Aktionen, so informierte Schatzmeisterin Thea Bauch, konnte die Finanzlage weiter verbessert werden. „Wir stehen im Moment ganz gut da“, bestätigte sie.

In einem umfassenden Rückblick auf das vergangene Jahr erinnerte der Vorsitzende an das 2. Rathausfest, den Tag der Vereine, den Tag des Denkmals, den Flohmarkt und Lütt Wiehnachten. Auf den verkaufsoffenen Sonntagen habe der Förderverein im Alten Rathaus ständig wachsende Besucherzahlen verzeichnen können. Sie hätten sich von 150 auf über 300 mehr als verdoppelt. Mit Stolz verwies Holger Stamm darauf, dass es in Zusammenarbeit mit zwölf Sponsoren gelungen sei, neues Mobiliar für das Alte Rathaus zu beschaffen, um hier mehr Plätze für die Events anbieten zu können. Für die Anfertigung eines neuen gewebten Tischläufers für den Sitzungstisch habe der Förderverein die Stiftung Mensch in Meldorf gewinnen können.

Die nächste Aktion des Fördervereins wird am 17. Mai ab 14.30 Uhr das 3. Rathausfest auf dem Parkplatz neben dem neuen Rathaus sein. Gleichzeitig findet das 3. Schnellschachturnier unter Leitung des Vorstandsmitgliedes Volker Brandt im Alten Rathaus statt. Zum Programm des Rathausfestes gehören außerdem eine Kinderlesung, ein Auftritt des Shantychores Die Nordlichter, Vorführungen des Nordic Sportclubs sowie Musik und Gesang mit Franziska Fuhrmann, der Jazzband Freiraum, den Rock-Oldies Rockacellars sowie der Band Sorry Bernd.

Für die Zukunft plant der Förderverein einen neuen Flyer für das Neue Rathaus, ein Weinzelt und ein offene Bühne für Jedermann auf dem Wilster-Jahrmarkt sowie die Beteiligung am Floh- und am Weihnachtsmarkt. Dankbar zeigte sich der Vorsitzende über ein Projekt der Kalligrafin Daniela Steenblock. Sie will die Statuten der Stadt aus dem Jahr 1587, wie sie im Gildezimmer des Alten Rathauses an die Wand geschrieben sind, in hochdeutscher Sprache zu Papier bringen. Die entsprechende Übersetzung vom Platt- ins Hochdeutsche hat Berend Kloppenburg bereits vorgenommen.

Abschließend betonte Holger Stamm, dass sich der Förderverein nach wie vor dafür einsetzen wolle, dem Alten Rathaus wieder Leben einzuhauchen und die historischen Rathäuser nachhaltig zu nutzen. „Sie müssen wieder die historischen Mittelpunkte unserer schönen kleinen Stadt werden“, so Holger Stamm.

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