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Wilstersche Zeitung

24. November 2017 | 14:18 Uhr

Neues altes Schiff

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Thomas und Ingeburg Wulff nehmen mit der „Fritz Lexow“ am Open-Ship teil

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2015 | 15:33 Uhr

Ein eigenes Schiff – das war der Lebenstraum von Thomas und Ingeburg Wulff. Diesen Wunsch hat sich das Ehepaar vor 14 Jahren erfüllt. Allerdings ist die „Fritz Lexow“ nicht irgendein Schiff, sondern der originalgetreue Nachbau eines Segelkutters aus dem Jahr 1913. „Wir haben die Baupläne im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven entdeckt“, erzählt Thomas Wulff. Konstruiert hatte es damals Johann Junge, der zu seiner Zeit bekannteste Bootsbaumeister für Berufs- und Dienstfahrzeuge, für das königliche Wasserbauamt. „Die Juist wurde speziell für die Befahrung der ostfriesischen Inseln konstruiert“, sagt Wulff, „sie hat wenig Tiefgang und ist dadurch, dass sie komplett aus Eichenholz gefertigt ist, sehr seefest.“ Damals nutzten Mitarbeiter des Wasserbauamtes den Segelkutter, um Deichverstärkungen und Arbeiten an den Wasserbauten durchzuführen. Den Nachbau haben Thomas und Ingeburg Wulff aber nur zu ihrem Vergnügen bauen lassen. Wobei: „Wir hatten durchaus einen ernsten Hintergrund. Wir wollten unseren Enkeln zeigen, dass man auch heute noch mit dem Wissen, den Erfahrungen und dem Können unserer Vorfahren ohne Energieverschwendung gegen den Strom und mit Gegenwind in die Zukunft segeln kann.“

Eineinhalb Jahre dauerte der Bau der „Fritz Lexow“. Das Schiff wurde traditionell gebaut, in alter Handwerkstechnik und wie das Original ausschließlich aus Eichenholz. „Unser Vorarbeiter, der Holzbootbauer Lüke Meinders, hatte 50 Jahre Bootsbauererfahrung“, erzählt Thomas Wulff. „Er war ein echtes Handwerksgenie – sonst kann ja kaum jemand heute noch so etwas.“ Für die Wulffs war die Entstehung ihres Kutters ein echtes Erlebnis. Jedes Wochenende, nachdem die beiden die ganze Woche in ihrem Malerbetrieb gearbeitet hatten, setzen sich Thomas und Ingeburg Wulff ins Auto und fuhren zur Bültjer Werft in die Nähe von Emden. „Wir sind insgesamt 60000 Kilometer gefahren – aber das war es wert. Wir fuhren in unsere zweite Welt.“

Die erste große Fahrt mit der „Fritz Lexow“ hat das Ehepaar im vergangenen Jahr unternommen, vier Monate lang ging es zu den Åland-Inseln.Aber auch wenn sie nicht auf Reisen sind, verbringen die Wulffs viel Zeit mit ihrem Segelkutter. Ein schöneres Hobby könnten sich Thomas und Ingeburg Wulff nicht vorstellen.

Wer den Segelkutter mit eigenen Augen besichtigen will, hat während der Open-Ship-Meile auf den Matjes-Wochen die Möglichkeit dazu.

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