Neuer Generator kam mit dem Schiff

Alle Teile der Anlage mussten auf Schwertransport-Anhänger umgeladen werden.
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Alle Teile der Anlage mussten auf Schwertransport-Anhänger umgeladen werden.

600-Tonnen-Koloss erreicht Kernkraftwerk Brokdorf / Installation während der Revision im August

shz.de von
10. Juli 2013, 03:59 Uhr

Brokdorf | Der neue Generator für das Kernkraftwerk Brokdorf ist da - und er hat eine lange Reise hinter sich, die nun am kraftwerkseigenen Schiffsanlieger zu Ende ging. Insgesamt zwölf Tage war der 600-Tonnen-Koloss auf den norddeutschen Flüssen unterwegs, um mit zwei Binnenschiffen von Stadtland an der Weser bis nach Brokdorf an die Elbe zu gelangen. Zwei Kernkraftwerksstandorte, die eigentlich nur gerade einmal 79 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt sind.

Die 35 Millionen Euro teure Großkomponente nahm im Juni 2007 ihren Betrieb im Kernkraftwerk Unterweser auf und erzeugte bis zum März 2011 zuverlässig und störungsfrei Strom. "Brokdorf bekommt einen neuwertigen, gerade einmal eingefahrenen Generator", sind sich die Verantwortlichen beider Kernkraftwerke dann auch einig. Tatsächlich ist der "Neue aus Niedersachsen" knapp 27 500 Stunden in Betrieb gewesen, was gerade einmal einem guten Zehntel der aktuellen Laufzeit des Brokdorfer Stromerzeugers entspricht. Letzterer wurde im Oktober 1986 in Betrieb gesetzt und erzeugte bis heute die gigantische Menge von fast 300 Milliarden Kilowattstunden Strom, mit der man 84 Millionen Drei-Personen-Haushalte hätte ein Jahr lang mit Strom versorgen können.

In erster Linie ist der Generator aus Unterweser aber auch moderner als die nunmehr knapp 30 Jahre alte Brokdorfer Stromerzeugungsmaschine und damit wesentlich besser für die aus der Energiewende resultierenden Netzanforderungen geeignet. "Der Generator ist nicht nur neu, sondern weist auch eine höhere technische Flexibilität für die zukünftig notwendigen größeren Laständerungen auf", erklärt der Brokdorfer Kraftwerksleiter, Uwe Jorden, einen wesentlichen Vorteil des Generatorwechsels. Natürlich spielen aber auch finanzielle Gründe bei dem Großprojekt eine wichtige Rolle. So wären unterm Strich die anstehenden Wartungsarbeiten bei dem alten Generator höher zu Buche geschlagen, als die Kosten des Wechsels, der sich durch die vorzeitige Abschaltung des Kernkraftwerkes Unterweser im Zuge der deutschen Energiewende angeboten hat.

Eingebaut werden soll der neue Stromerzeuger in der diesjährigen Revision, die am 10. August beginnt. "Läuft alles nach Plan, wird der neue Generator nach der Revision seine erste Kilowattstunde in der Wilstermarsch erzeugen", so Uwe Jorden.

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