Wilster : Nachwuchs fit fürs Wasser

 'Segeln ist ein Hobby, das Spaß macht': Der Wilsteraner  Seglernachwuchs auf der Au.  Foto: H. Schwichtenberg
"Segeln ist ein Hobby, das Spaß macht": Der Wilsteraner Seglernachwuchs auf der Au. Foto: H. Schwichtenberg

SVW-Jugend lernt den Segelsport von der Pieke auf - und freut sich über weitere Mitstreiter

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25. Mai 2012, 09:22 Uhr

Wilster | Nach der Winterpause ist die Seglerjugend der Seglervereinigung Wilster (SVW) wieder auf den heimischen Gewässern aktiv. Unter der Leitung von Vereinsjugendwart Thomas Dethlefs trainieren rund 20 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 18 Jahren donnerstags auf Wilsterau und Stör. Zur Verfügung stehen dem Seglernachwuchs dazu zwölf Optimisten und drei Pirat-Boote.

Während die Aktiven in den Optimisten als Segelrevier grundsätzlich das Wasser der Au vor dem Bootshaus am Brook nutzen, weichen die Pirat-Segler nach Kasenort und dort auf den Tidenfluss aus. "Sie brauchen wegen der Größe der Schiffe und wegen der Geschwindigkeit, mit der sie fahren, einfach eine größere Wasserfläche. Die Wilster Au ist für ein optimales Pirat-Training einfach zu schmal", sagt Thomas Dethlefs. Deshalb gehe es auf die Stör.

Weil der Jugendwart zur selben Zeit aber nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, wird er in der Disziplin Pirat-Segeln von Nils Merten Färber (19) unterstützt - ein Bundesranglistensegler, der im vergangenen Jahr als Vorschoter zusammen mit Anne Wiese aus Brunsbüttel Landesmeister wurde und die Bundesrangliste auf Platz vier abschloss. Um das Training der Pirat-Segler noch mehr zu optimieren, planen SVW und BSV Beidenfleth eine Kooperation, die abwechselndes Training in Kasenort und Beidenfleth vorsieht.

Vorbereitet worden ist die Saison 2012, die als Höhepunkt und neben dem allgemeinen Training auch eine "Ausfahrt mit Zeltübernachtung" vorsieht, aber in den zurückliegenden Wintermonaten. Bei den Treffen beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen mit den theoretischen Grundlagen ihres Sports. "Und was wir dabei erarbeitet haben, versuchen wir jetzt auf dem Wasser umzusetzen", hebt Thomas Dethlefs hervor und ist sich dabei bewusst, "dass nicht jeder sofort alles kann". Fehlende Theorie werde deshalb auch durch die Praxis ausgeglichen. Das sei obligatorisch im Segelsport. Diejenigen, die sich noch nicht trauen, allein im Optimisten zu segeln, "fahren zunächst mit anderen mit". Angst vor Wind und Wasser müsse niemand haben. "Die relativ flache Au ist kein reißender Tidenstrom, und wir haben keinen Schiffsverkehr auf der Au. Außer uns fahren hier nur Paddler und hin und wieder mal der Aukieker’. Insofern ist das Training bei uns ungefährlich, und alle nehmen sowie Rücksicht aufeinander", weiß Thomas Dethlefs.

Sein größter Wunsch für die Zukunft: dass sich noch weitere Kinder und Jugendliche im Alter ab acht Jahren für den Segelsport entscheiden und der Gruppe beitreten. "Wir sind eine nette Gemeinschaft, die in erster Linie das Ziel hat, Segeln von der Pieke auf zu lernen. Wir wollen unsere jungen Mitglieder fit für das Wasser machen und ihnen zeigen, wie schön unser Fluss ist."

Ganz bei der Sache ist Anna-Lena Tautenhahn (10). Seit einem Jahr Mitglied der SVW, hat sie sich bereits jetzt vorgenommen, "spätestens im nächsten Jahr" die Prüfung für den Segelschein abzulegen. Sie bestätigt: "Wer beim Training aufpasst, kann das Segeln lernen." Sie selbst könne ihren Sport auch anderen Mädchen empfehlen. "Ich finde ihn einfach schön." Den Umstieg auf das größere Schiff geschafft hat bereits Nils Burmeister. Der 15-Jährige fing vor sieben Jahren im Optimisten an und segelt seit 2009 Pirat. Sein Ziel: "Eigentlich die Landesmeisterschaften, auch wenn ich mich noch nicht entschieden habe." Das Segeln fasziniere ihn, vor allem "weil man auf dem Wasser frei ist". Ihm sei aber klar: "Auf keinen Fall darf auf Risiko gesegelt werden."

Für diejenigen, die sich für das Segeln entschieden haben, hat Nils Merten Färber einen guten Rat, den auch er in vielen Jahren beherzigt hat: "Immer dran bleiben" - auch wenn’s mal nicht so gut klappt. Vor allem gelte: "Segeln ist ein Hobby, bei dem der Spaß nicht zu kurz kommen darf." Infos unter www.sv-wilster.de oder bei Thomas Dethlefs, 04823/1200

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