Nach dem Brand ist "Aufräumen" angesagt

Trümmer vor dem Gebäude -  für einige Monate wird das Haus der Familie Stankowski nicht bewohnbar sein. Foto:  Kolz
Trümmer vor dem Gebäude - für einige Monate wird das Haus der Familie Stankowski nicht bewohnbar sein. Foto: Kolz

Ursache des Feuers: Bei Familie Stankowski schlug der Blitz in den Schornstein ein.

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04. August 2009, 09:50 Uhr

Wewelsfleth | Die Brandursache steht fest, das große Aufräumen hat begonnen. "Der Blitz ist in den Schornstein eingeschlagen und hat Schwelbrände in der Zwischendecke verursacht", berichtet Stefanie Stankowski. Sie steht mit ihrer Familie zwischen feuchten Teppichen und der viel zitierten "Schutt und Asche". Vor über einer Woche hatte es in ihrem Haus im Wewelsflether Außendeich gebrannt. Während das Nachbar-Gehöft komplett ein Raub der Flammen wurde (wir berichteten), konnte die Feuerwehr durch einen gezielten Einsatz das Haus der Stankowskis retten. "Darüber sind wir sehr froh und danken der Wehr", sagt Stefanie Stankowski.

Für einige Monate wird das Haus nicht bewohnbar sein. Der erste Stock ist total ausgebrannt und im Erdgeschoss ist alles vom Löschwasser durchnässt. "Überall stand Wasser drin, keine Tasse war trocken", schildert die Hausbewohnerin. Die Familie ist bei Nachbarn untergekommen und erhält viel Hilfe von Freunden und Bekannten. Aber auch Unverständliches widerfährt den Brandopfern. So behindern Schaulustige, die bis vor die Tür kommen, nicht nur die Arbeiten, sondern belästigen die Anwohner regelrecht. Auch Ämter und Behörden scheinen nicht zu verstehen, dass weder Papiere gefaxt noch Brandbilder elektronisch verschickt werden können. "Wir haben keinen Strom im Haus, wenn die Geräte überhaupt noch funktionieren", so Stefanie Stankowski, verwundert über manche Forderungen. Ganz anders die eigene Gemeinde. Bürgermeister Ingo Karstens hat schnell und unbürokratisch geholfen und für Abfallcontainer und einen mobilen Stromkasten gesorgt.

Wewelsfleths Wehrführer Jürgen Schröder ist froh, dass bei dem Einsatz kein Mensch zu Schaden gekommen ist und alles relativ glimpflich ablief. Die Alarmierung erfolgte mittags um zirka halb zwei, der Einsatz ging bis ein Uhr nachts. "Es waren 155 Kräfte aus sieben Wehren im Einsatz, davon 30 Kameraden unter Atemschutz", nennt Schröder die Zahlen des Großeinsatzes. Von verschiedenen Stellen wurde mit elf Pumpen das Wasser entnommen und am nächsten Vormittag wurden noch Nachlöscharbeiten geleistet.

"Ein Innenangriff musste bei den Löschversuchen des Stankowski-Anwesens abgebrochen werden, es wurde für die Einsatzkräfte zu gefährlich", erzählt der Wehrführer weiter über den Einsatz. Danach wurde gezielt im Dachstuhlbereich unter Einsatz der Drehleiter das Feuer gelöscht. Um 15 Uhr war der Brand unter Kontrolle, so Jürgen Schröder. Die Zusammenarbeit der Wehren, die zum Teil untereinander gar keine Berührungspunkte haben, da sie aus anderen Ämtern kommen, hat vorbildlich geklappt. "Das war ein fachlich kompetentes und dazu harmonisches Miteinander, das haben wir auch schon anders erlebt", hebt der Hauptbrandmeister hervor.

Auch Bürgermeister Ingo Karstens kann bei allem Bedauern über die Katastrophe viel Kompetenz erkennen und Anerkennung an alle Beteiligten aussprechen. "Erstmal war die Wewelsflether Wehr sehr schnell am Brandort, und man kann die Einsatzleitung nur loben für die gute Einteilung der Mannschaften und die Aufteilung der zu erledigenden Aufgaben", so der Dorfchef. Auch der von ihm zur Hilfe gebetene DRK-Ortsverein war schnell und unkompliziert zur Versorgung der Feuerwehrleute an Ort und Stelle. "Am Wochenende alles nicht selbstverständlich!"

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