zur Navigation springen
Wilstersche Zeitung

19. August 2017 | 15:49 Uhr

Marine fehlt der Nachwuchs

vom

Inspekteur Schimpf: Schwieriger Wettbewerb um qualifiziertes Personal / Schnupperkurse auf See

Flensburg/Kiel | Die Deutsche Marine leidet unter akutem Personalmangel. Mit offiziellen Zahlen hält die Führung der kleinsten Teilstreitkraft zwar hinterm Berg. Insider gehen jedoch davon aus, dass mittlerweile 2000 Männer und Frauen fehlen. Die Sollstärke der Marine liegt bei 15 700 Stellen. Die Problemgruppen sind die Unteroffiziere und Mannschaftsdienstgrade, bei denen fast jeder dritte Posten unbesetzt ist.

Im Wettbewerb mit der freien Wirtschaft sei es nach Abschaffung der Wehrpflicht immer schwieriger, qualifizierten Nachwuchs zu rekrutieren, räumt Marine-Inspekteur Axel Schimpf im Interview mit unserer Zeitung ein. "Negativ auf die Attraktivität wirkt sich natürlich aus, dass wir eine hohe Belastung durch Abwesenheit und in Teilen fehlende Planungssicherheit haben", sagt der Vizeadmiral. Tatsächlich führen dauerhafte Einsätze wie am Horn von Afrika oder vor der libanesischen Küste in Kombination mit dem Personalmangel zu erheblichen Belastungen. Teilweise sind die Soldaten mehr als 200 Tage im Jahr auf See. Als Standard gelten 120 Tage fern von Heimat und Familie.

Mit einer beispiellosen Werbekampagne versucht die Marine, jungen Menschen das Soldatenleben auf See dennoch schmackhaft zu machen. So bietet das Truppenbesuchszentrum in Kiel vom 12. August bis zum 26. September dreitägige Schnupperkurse an - inklusive Fahrten auf einer Fregatte oder einem Minenjagdboot. "Marine zum Anfassen" nennt Schimpf das und freut sich, dass alle 800 Plätze bereits vergeben sind.

Beim Offiziers-Nachwuchs verzeichnet die Marine indes keine Probleme. Heute werden in der Marineschule Mürwik 190 neue Kadetten vereidigt. Der Crew VII/2013 bietet sich dabei eine besondere Kulisse. Die "Gorch Fock" hat an der Pier festgemacht. Mit dem Segelschulschiff werden die Kadetten in einigen Monaten auf Törn gehen. Nach zwei tödlichen Unfällen, Berichten über Schikanen an Bord und ausufernden Reparaturkosten hat es die "Gorch Fock" inzwischen geschafft, wieder aus den Negativ-Schlagzeilen herauszukommen. Das neue Ausbildungskonzept zeige Wirkung, betont Schimpf. Dazu gehört, dass die Kadetten das Aufentern an einem Übungsmast an Land trainieren.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen