Wilster : Jugendwehr rettet Mehrfamilienhaus

Durch die Aufmerksamkeit der Jugendwehr konnte Schlimmeres verhindert werden.  Foto: E. Bertschies
Durch die Aufmerksamkeit der Jugendwehr konnte Schlimmeres verhindert werden. Foto: E. Bertschies

Nach dem Dienstabend entdeckten die jungen Blauröcke Rauch in einem Dachfenster

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11. Juni 2011, 08:57 Uhr

Wilster | "Sag mal, brennt das da?" Nico Köster (14) hätte zunächst seinen Augen nicht getraut, als er am Donnerstag zusammen mit seinen Kameraden der Wilsteraner Jugendfeuerwehr an dem großen weißen Mehrfamilienhaus in der Etatsrätin-Doosstraße vorbeikam, berichtet Jan Auhage, Jugendwart der Feuerwehr in Wilster. Gerade noch hatten sie auf dem Colosseumsplatz geübt, wie im Brandfall ein Löschangriff vorgenommen wird, schon war der Ernstfall da.

Der junge Feuerwehrmann machte zunächst seine Ausbilder auf den Rauch in der Dachgeschosswohnung aufmerksam. Dieser setzte gleich einen Notruf ab. Mit einem Großteil der Jugendlichen ging es zurück zur Wache. "Ein Ausbilder hat die Anwohner informiert, mit den anderen Kindern haben wir schon mal eine Schlauchleitung gelegt. Dadurch haben wir Zeit gewonnen", erzählt Auhage.

Als Wehrführer und Einsatzleiter Björn Kröger mit der Feuerwehr Wilster an der Einsatzstelle eintraf, war das Gebäude bereits geräumt. Personen wurden nicht vermisst. Mit einem Trupp mit Atemschutzgeräten näherten sich die Kameraden über das Treppenhaus dem Brandherd. "An der Wohnungstür haben wir einen Rauchvorhang installiert, so dass das Treppenhaus rauchfrei blieb", erklärt Jugendwart Auhage. Parallel wurde ein Druckbelüfter vor dem Hauseingang in Betrieb genommen, um Rauch aus dem Treppenhaus zu drücken.

Die Jugendlichen selbst durften nicht in den Gefahrenbereich. Erst mit 18 Jahren, wenn sie in die aktive Wehr wechseln, werden sie auf gefährliche Einsätze gelassen. "Wir haben für die Jugendlichen in der Ausbildung eine Fürsorgepflicht. Am Mittwoch haben sich unsere Jugendlichen außerhalb des Gefahrenbereichs um die Wasserversorgung gekümmert", sagt Wehrführer und Einsatzleiter Björn Kröger.

Da zunächst nicht klar war, welches Ausmaß der Brand hat, rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an. Insgesamt sechs Fahrzeuge aus Wilster und Itzehoe waren im Einsatz. Was anfangs wie ein Dachstuhlbrand aussah, stellte sich schließlich als Zimmerbrand heraus. Möbel und Kleidungsstücke hatten Feuer gefangen. Die Brandursache ist bislang ungeklärt. In der Wohnung hatte sich zum Brandzeitpunkt niemand befunden. Die anderen Bewohner konnten noch am selben Abend in ihre Wohnungen zurückkehren.

Wehrführer Björn Kröger ist stolz auf seine Jugendwehr. "Die haben toll vorgearbeitet. Wenn die das nicht so schnell entdeckt hätten, hätte so ein Dachstuhlbrand auch leicht schlimmer enden können."

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