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Wilstersche Zeitung

20. September 2017 | 09:44 Uhr

Jakobsweg: Ein Pilger berichtet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ehemaliger Sparkassendirektor Eggert Eicke zieht seine Zuhörer im Alten Rathaus in den Bann

Den Jakobsweg im Norden Spaniens bis zum Wallfahrtsort Santiago de Compostela haben im vergangenen Jahr 215 880 Pilger bewältigt. Zu ihnen gehörten auch der 62 Jahre alte Eggert Eicke aus Schenefeld, dessen zwei Jahre jüngerer Bruder Hans und seine 26-jährige Tochter Annkristin. 17 Tage lang waren sie im April/Mai auf der ersten 478 Kilometer langen Etappe vom französischen Saint-Jean-Pied-dePort bis zum spanischen Leon auf Schusters Rappen unterwegs. Im Frühjahr 2015 wollen sie von dort aus die nochmals gut 300 Kilometer lange Schlussetappe, um dann als Höhepunkt den Einzug in die Kathedrale von Santiago de Compostela zu erleben.

Über die „Faszination Jakobsweg“ berichtete Eggert Eicke mit eindrucksvollen Dias auf einer überaus gut besuchten Vortragsveranstaltung im Foyer des Alten Rathauses. Dazu hatte der Verein Leselust gemeinsam mit der Stadtbücherei eingeladen. Leselust-Vorsitzende Birgit Böhnisch hieß den Referenten und die Zuhörer herzlich willkommen und machte deutlich, dass mit dieser Veranstaltung der Welttag des Buches begangen werde – diesmal nicht im Spiegelsaal des neuen Rathauses und nicht am sonst gewohnten Termin „immer am 18. eines Monats“.

Eggert Eicke, so erzählte der frühere Direktor der Landsparkasse Schenefeld, fühlte sich durch Hape Kerkeling, der 2001 „dann mal schnell weg“ war, und den brasilianischen Bestsellerautor Paulo Cuelho inspiriert, sich ebenfalls auf den Jakobsweg zu begeben. Während Kerkeling sehr locker und unterhaltsam ein Buch über seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg geschrieben hatte, hatte Cuelho seine Wanderung vor einem spirituellen Hintergrund beleuchtet.

Am 17. April 2013 hatte sich die Eicke-Gruppe auf den Weg gemacht und im Durchschnitt pro Tag 28 Kilometer zurückgelegt. Die Tagesetappen lagen, bei unterschiedlich beschwerlichen Steigungen, zwischen 20 und 35 Kilometern. Der Jakobsweg im Norden Spaniens vereint ein ganzes Netz von Wegen, die als Bestandteile des Jakobsweges aus allen Teilen Europas auf dieses Ziel ausgerichtet sind. „Die Pilger kommen aus allen Kontinenten“, erzählte Eggert Eicke und hob die Bedeutung des Jakobsweges als herausragenden Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region hervor.

„Wir haben auf der ganzen Tour nur in Herbergen übernachtet“, beschrieb der Ex-Sparkassenchef die Bereitschaft, Entbehrungen auf sich zu nehmen. „Man muss sich darauf einlassen, dass man zum Teil mit 30 Leuten gemeinsam in einem großen Schlafsaal in Zwei- oder sogar Drei-Etagenbetten schlafen muss.“ In jedem Ort werde ein Drei-Gänge-Pilgermenü zu sehr günstigen Preisen angeboten. Letztendlich aber betonte Eicke, der sich unbedarft und ohne spezielle Vorbereitungen auf den Pilgerpfad begeben hatte: „Man wird belohnt durch die vielen Kontakte und menschlichen Begegnungen auf dem Jakobsweg.“ Darauf freut sich der 62-Jährige nun auch während der Schlussetappe im nächsten Frühjahr. „Verlaufen kann man sich dort nicht. Der Weg ist gut ausgeschildert.“

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