Itzehoe : Hof Basten: Ringen um Ferienhäuser

<strong>Bald Mais und Weihnachtsbäume statt Wiese?</strong> Ellen Ehlers vor der Stelle am Waldrand, wo die Ferienhäuser geplant sind - rund 150 Meter vom Hof entfernt. Foto: ehrich
Bald Mais und Weihnachtsbäume statt Wiese? Ellen Ehlers vor der Stelle am Waldrand, wo die Ferienhäuser geplant sind - rund 150 Meter vom Hof entfernt. Foto: ehrich

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22. Juni 2010, 09:11 Uhr

itzehoe | Wald, Wiesen, Kühe, Sonne - schön ist es auf Hof Basten. Damit würden Hans-Wilhelm und Ellen Ehlers gern Touristen beglücken, vor allem jetzt, da direkt nebenan Eva Maria Penzlin den Reitstall Basten baut, der Übernachtungsgäste brächte. Den Plan, Ferienhäuser zu errichten, gibt es weiterhin. Doch er kommt seit mittlerweile sieben Jahren nicht voran.

Er hatte sich zwischenzeitlich sogar erledigt, obwohl selbst der Petitionsausschuss des Landtages sich mit dem Vorhaben befasst hatte. Ein Treffen mit Behörden Anfang des Jahres verstand das Ehepaar Ehlers als Neustart. Über das Büro "Region Nord" wurden im März noch einmal alle denkbaren Standorte für die Häuser vorgestellt. Hans-Wilhelm Ehlers: "Aus unserer Sicht kann es nur der sein, den wir immer im Auge hatten." Also am Waldrand, rund 150 Meter vom Hof entfernt.

"Wir müssen den optimalen Standort nehmen", sagt auch Ellen Ehlers über die zunächst zwei Ferienhäuser. Bis 2020 könnten es fünf werden. Die Gäste wollten Sonne und Ruhe - deshalb scheiden aus Sicht der Eheleute Plätze in der Nachbarschaft zum Futterlager, zur Hofeinfahrt oder zum Güllebehälter des Milchviehbetriebs aus. Die Erschließung funktioniere auch nur beim Standort am Wald, nämlich über Oelixdorf. Und nur so würden betriebliche Abläufe nicht gestört.

Die Situation hat sich Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen angesehen. "Den Tourismus zu fördern und Menschen in die Stadt zu holen, ist ein guter Gedanke", sagt er. Er wolle gern, dass etwas passiere - doch die baurechtlichen Bedenken in dem Außenbereich bleiben. Die Lage sei verfahren, für Spielräume müsse sich das Ehepaar bewegen.

Außenbereich sei dort alles, sagen die Landwirte. Sie haben sich festgelegt, schließlich seien sie für die Wirtschaftlichkeit zuständig, so Hans-Wilhelm Ehlers. "Es leben drei Generationen von diesem Hof", betont der 55-Jährige. Tochter Pia (23) ist Kauffrau für Freizeit und Tourismus, Sohn Till (15) geht zur Schule - und Sohn Malte (21) studiert Landwirtschaft. "Bessere Voraussetzungen kann man nicht schaffen", sagt der Vater. "Es muss aber auch eine wirtschaftliche Perspektive geben." Es werde Zeit, dafür den Grundstein zu legen.

Denn der landwirtschaftliche Betrieb lasse sich aufgrund der Lage zwischen Wald, Bundesstraße und Oelixdorf nicht ausweiten. Eine Biogas-Anlage sei nicht möglich, der Verkehr flösse durch Oelixdorf. Allein den Tourismus sieht das Ehepaar als Chance, immerhin werde ihr Apartment für Radfahrer schon sehr gut angenommen. Und allein der Tourismus erhalte den Hof so idyllisch, wie er jetzt ist. Um Einnahmen zu erzielen, müssten sonst Mais für Biogas-Anlagen und Weihnachtsbäume angebaut werden, sagt Ellen Ehlers. "Dann ist das Landschaftsbild dahin."

Mit Ferienhäusern dagegen ließen sich Grünland und Tiere erhalten. Der Betrieb müsse ja auch für Gäste attraktiv bleiben, sagt die 51-Jährige. Vorstellen kann sie sich auch weitere Naherholungsmöglichkeiten, zum Beispiel ein "Melkhus" mit Angeboten rund um die Milch. Nebenbei würden für die Säuberung der Ferienhäuser Arbeitsplätze geschaffen, so Ellen Ehlers. Viele Argumente, doch "das ganze Verfahren ist wie ein großer Tanker, der in die falsche Richtung fährt", sagt ihr Mann. Ist das Ruder herumzureißen? Der Bürgermeister jedenfalls möchte "sehr bald" noch einmal die Beteiligten an einen Tisch holen.

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