Exxonmobil : Hamburg macht Front gegen das Fracking

Exxonmobil will mögliche Gas-Fördergebiete in Bergedorf und den Marschlanden erkunden.

shz.de von
06. März 2013, 10:37 Uhr

Hamburg | Nicht nur in Schleswig-Holstein, auch in Hamburg tobt ein Streit um das Fracking. Aber anders als beim nördlichen Nachbarn hat die Angst vor der umstrittenen Fördermethode in der Millionenstadt eine konkrete Ursache. Der Energieriese Exxonmobil hat bereits eine Aufsuchungserlaubnis von der Wirtschaftsbehörde für die Erforschung möglicher Gas- und Öllagerstätten.

Mit dem auf drei Jahre angelegten Programm darf der Multi in den Vier- und Marschlanden, in Bergedorf sowie in Harburg nach Schiefergas und Schieferöl suchen. Fracking ist mit der Genehmigung indes noch nicht zugelassen. Diese erstreckt sich zunächst nur auf die Auswertung von Daten sowie die Prüfung vorhandener Bohrkerne; in dem Bereich werden seit 75 Jahren konventionell Öl und Gas gefördert.

Breiter Widerstand auf dem Lande

"Die Geologie im Hamburger Osten deutet auf das Vorkommen von Kohlenwasserstoffen hin", begründet Exxonmobil-Sprecherin Ritva Westendorf-Lahouse das Interesse ihres Unternehmens. Ob sich die Erwartung erfülle, sei offen. Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) lässt besorgte Bürger derweil beruhigen. Seine Sprecherin Susanne Meinecke: "Wenn Exxonmobil dort Fracking einsetzen will, müsste das extra beantragt werden." Die Aufsuchungs erlaubnis habe die Behörde nach dem Bergrecht nicht verweigern dürfen.

In den Vier- und Marschlanden formiert sich breiter Widerstand. "Das ist unverantwortlich", kritisiert Jan Penz, Bezirksabgeordneter der Piratenpartei. Die Bezirksversammlung Bergedorf lehnt die Pläne ebenso ab wie SPD-Umweltsenatorin Jutta Blankau. Zudem hat sich eine "Bürgerinitiative Frackingfreies Hamburg" gegründet.

Exxonmobil betont, während der Prüfungen sei bis 2015 kein Fracking in Hamburg vorgesehen. Für später schließt Europa-Chef Gernot Kalkoffen das aber nicht aus. Er könne die Vorbehalte verstehen, diese seien aber unbegründet: "Wir praktizieren Fracking seit mehr als 50 Jahren in Deutschland. Umweltschäden gab es nie."

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