Hallenbad beschert Stadtwerken kräftiges Minus

Dickes Defizit durch das Hallenbad. Doch es gab in der Ratsversammlung auch zwei positive Nachrichten: Der Gaspreis wird wie angekündigt gesenkt, der Bauhof machte einen kleinen Gewinn.

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16. September 2009, 10:13 Uhr

Wilster | Knapp 430 000 Euro muss die Stadtkasse an die Stadtwerke Wilster überweisen, um den Verlust aus dem Geschäftsjahr 2008 auszugleichen.

Schuld an den Miesen seien keinesfalls die Beschäftigten, betonte Werkausschussvorsitzender Thies Wilckens in der Ratsversammlung am Montagabend. Denen zollte er für ihr Engagement sogar ausdrücklichen Dank. Für das Minus gebe es andere Gründe, sagte er, ohne näher darauf einzugehen.

Hauptverursacher des Defizits war erneut das Hallenbad. Der Badebetrieb verlief nicht annähernd Kosten deckend - und wird es auch in Zukunft nicht sein. Denn der Eintritt von derzeit 3,50 Euro sei dafür nicht ausreichend, erklärte Stadtwerkechef Ludger Schneider gegenüber unserer Zeitung. Bei insgesamt 50 000 Badegästen im Jahr sei es ein leichtes nachzurechnen, dass eine Kostendeckung erst bei 7 Euro Eintritt erreicht würde. Doch das, betonte Schneider, sei reine Utopie und nicht umsetzbar. Denn: Die Anlage am Schulzentrum ist kein Freizeitbad, "sondern ein ehemaliges Sportbad". Und das sei in Wilster nun einmal "ein Riesensorgenkind".

Zu dem im Geschäftsjahr 2008 eingefahrenen Verlust trugen aber auch die Strom- und Gasversorgung im räumlich eng abgesteckten Versorgungsgebiet der Stadtwerke Wilster bei. Brachte allein im Jahr zuvor der Gasverkauf noch einen Gewinn von knapp 26 000 Euro, so musste für 2008 ein Verlust von 6900 Euro bilanziert werden. Mit ein Grund, weshalb die Stadtwerke noch im Dezember vorigen Jahres an der Preisschraube drehen mussten. Schneider gegenüber unserer Zeitung: "Die Mengen, die für die Erhöhung wirksam werden, sind im Dezember aber schon teilweise weg." Ähnlich verhalte es sich mit dem Strom. Immerhin, die Wasserversorgung spielte einen Überschuss ein: 20 383 Euro - in 2007 waren es noch rund 88 000 Euro.

Auch die Wärmeversorgung von Hallenbad, Sporthalle und Schulzentrum bescherte den Stadtwerken ein Minus: 48 694 Euro gegenüber einem Gewinn von 17 690 Euro im Jahr davor. Mit dem Geld aus dem Konjunkturprogramm II, das für die bessere Wärmebilanz des Hallenbades investiert werde soll, besteht für Wilster immerhin die Hoffnung, die Kosten in diesem Bereich zu minimieren.

Gleichwohl, es gab in der Ratsversammlung auch eine positive Nachricht: Wie bereits vom Werkausschuss in der vorigen Woche empfohlen, werden die Gaspreise zum 1. November gesenkt. "Wir hoffen, dass dieser Zustand mal länger anhält", erklärte Thies Wilckens. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 25 000 Kilowattstunden im Jahr spart jährlich 125 Euro.

Ebenfalls positiv: Der bei den Stadtwerken angesiedelte Bauhof machte im vergangenen Jahr einen kleinen Gewinn: 8887 Euro. Geld, das an den Stadthaushalt abgeführt wird.

Mit einer weiteren guten Nachricht meldete sich gestern Badleiter Jürgen Orth: Das Hallenbad öffnet ab morgen wieder zu den gewohnten Zeiten und steht damit früher als zunächst erwartet wieder den Badegästen zur Verfügung. Vielleicht erfüllt sich ja ein Wunsch von Stadtwerkechef Schneider: "Es wäre schön, wenn sich die Wilsteraner öfter überlegen, in ihr Hallenbad zu gehen."

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