zur Navigation springen

Gemeinde lockt junge bauwillige Familien mit Prämien

vom

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Beidenfleth | Die Gemeinde setzt auf junge Familien. Mit der Ausweisung von Baugebieten und dem günstigen Verkauf von Bauplätzen haben sich immer mehr junge Menschen angesiedelt. Die Einwohnerzahl bewegt sich zwar nahezu konstant um 880, doch das Durchschnittsalter ist mit 45 Jahren niedrig. Bauplätze werden in der Störgemeinde schon für 39,50 Euro pro Quadratmeter voll erschlossen angeboten. "Und Familien, die hier bauen, erhalten sogar noch 1000 Euro Prämie pro Kind", fügt Bürgermeister Peter Krey hinzu.

"Hier können sich die Bürger wohl fühlen", ist Peter Krey überzeugt. Dazu tragen die zahlreichen Vereine bei, die das Dorfgeschehen durch vielfältige Aktivitäten immer wieder beleben. Positiv bewertet der Bürgermeister die Infrastruktur der Gemeinde mit Kindergarten, Gemeindebücherei, dem Schulstandort in Wewelsfleth, dem gemeinsamen Klärwerk der beiden Gemeinden und der Gastronomie des Dorfes. Eine Erfolgsgeschichte sei auch die neue Störfähre "Else", getragen von den beiden Gemeinden Beidenfleth und Bahrenfleth, und deren Unterstützung durch den Förderverein. Während die Kirche in einem guten Zustand sei, mache sich die Gemeinde Sorgen um die Mühle "Hoffnung" als weiteres Baudenkmal im Dorf. Im Privatbesitz befindlich, seien der Gemeinde allerdings die Hände für ein finanzielles Engagement bei der Mühlenunterhaltung gebunden, betonte Peter Krey. Bedauerlich sei schließlich, dass die örtliche Polizeistation im Oktober 2014 aufgelöst werden solle. Krey befürchtet dadurch einen Verlust an Bürgernähe.

Er ist seit 19 Jahren Dorfchef und wird auch am 26. Mai wieder ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen. Seine CDU stellt im aktuellen Gemeinderat mit acht Abgeordneten die absolute Mehrheit, die SPD verfügt über drei Mandate. Beide Parteien werben bei der Kommunalwahl abermals um das Vertrauen der Bürger. "Der gesamte Gemeinderat ist sich bewusst, dass die Fraktionen nicht gegeneinander, sondern gemeinsam für ihre Gemeinde arbeiten", lobt Krey die gute Zusammenarbeit im Ortsparlament. Zudem freut er sich, dass es beiden Parteien gelungen sei, junge Leute aufzubieten, die zur ehrenamtlichen Mitarbeit bereit seien.

Aufgaben gibt es noch genug: In diesem Jahr wird der Ausbau der Langen Reihe in Angriff genommen. Im Rentnerwohnblock am Kirchweg sind energetische Maßnahmen geplant. "Das sind vorrangige Maßnahmen, obwohl das Geld immer knapper wird." Die Gemeinde sei zwar schuldenfrei, aber die Rücklagen seien aufgezehrt. Die Gemeindestraßen seien in einem guten Zustand, die Feuerwehr mit Fahrzeugen und Gerät auf dem neusten Stand und der Kindergarten durch einen Anbau erweitert.

Viel Wirbel gab es in den vergangenen Monaten um einen geplanten Windpark im Bereich Dodenkop, Riep und Kleinwisch. "Die Verträge sind unterzeichnet. Es geht in diesem Jahr los", so Peter Krey. Die Gemeinde habe sich bewusst für Windenergie ausgesprochen, betont er. Probleme sieht er allerdings bei der Finanzausstattung der Gemeinden. Wenn Beidenfleth über kurz oder lang auf Landesfördermittel angewiesen sei, müssen vorab alle Einnahmequellen ausgeschöpft, also auch Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer angehoben werden. "Arme Gemeinden müssen erhöhen, finanziell gut ausgestattete Gemeinden bleiben bei niedrigen Steuersätzen." Krey spricht von einem vom Gesetzgeber zu vertretenden Auseinandertreiben der Gemeinden. In Beidenfleth sind zurzeit drei Hektar Gewerbeflächen verfügbar. Schließlich wartet der Bürgermeister noch mit einer Besonderheit auf: In Beidenfleth gibt es nach Nürnberg das zweitgrößte Kameramuseum der Republik - Andreas Lorenzen stellt über 1500 historische Foto- und Filmkameras aus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen