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Kellinghusen : Flotte Trecker sollen raus aus der Stadt

vom

Große Trecker auf zu engen Straßen: Kellinghusener Ratsmitgliedern wollen den schnellen landwirtschaftlichen Verkehr auf die Umgehungsstraße B206 verlegen.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2011 | 07:44 Uhr

KELLINGHUSEN | Begegnen sich in der Lehmberg- oder Overndorfer Straße zwei Traktoren, wird es eng für Passanten. Insbesondere dort, wo der Fußweg zusätzlich durch Zugangsstufen von Häusern eingeengt wird, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. In der Erntezeit donnern die schweren Gespanne außerdem bis 22 Uhr durch die enge Straße, lassen die Häuser erzittern und bringen Bürger um die verdiente Feierabendruhe.
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Rund 5000 Bewegungen könnten aus der Stadt verbannt werden und so genervte Anlieger wie Trecker-Fahrer entlasten. Unter den Stadtpolitikern herrscht deshalb Einigkeit: Der zügige landwirtschaftliche Verkehr muss auf die Umgehungsstraße B 206 verlegt werden. Von dort sei auch das häufig angesteuerte Ziel der Raiffeisen HaGe bequem zu erreichen.
Ablehnende Haltung der Kreisverwaltung
Haken an der Sache: Die Entscheidung liegt nicht bei den Kellinghusenern allein, mit von der Partie ist der Kreis. Und dessen Chef Landrat Dr. Jens Kullik stellt sich offenbar nicht an ihre Seite. Deutlich wurde dies im Rahmen der jüngsten Ratsversammlung, wo das Thema per Eilantrag auf die Tagesordnung kam. Einmütig enttäuscht reagierten die Ratsfraktionen auf die ablehnende Haltung der Kreisverwaltung. Durch die lediglich schriftlich erfolgte Stellungnahme zur verkehrsregelnden Maßnahme fühlten die Politiker sich zudem "von oben" herab behandelt.

Einen gemeinsamen Termin zur Erläuterung praktischer Erfahrungen vor Ort hatte es offenbar nicht gegeben. Deshalb wollten sie sich auch noch nicht geschlagen geben. Laut Ratsbeschluss soll dem Kreis nun ein gemeinsamer Ortstermin sowie ein landwirtschaftlicher B 206-Verkehr "zur Probe" vorgeschlagen werden. Als Gast und Befürworter der Maßnahme meldete sich auch der stellvertretende Landrat Dr. Heinz Seppmann (CDU) zu Wort. Landwirte, Landhandel und Lohnunternehmer würden eine Zulassung auf der Strecke zwischen den Kreiseln Mühlenbeker- und Overndorfer Straße begrüßen, sagte Seppmann und verwies auf die beträchtliche Entwicklung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen in Ausmaß und Leistung seit der Freigabe der Ortsumgehung vor mehr als 30 Jahren. "Ich werde in der Sache nicht locker lassen", versprach Seppmann. Stichhaltige Argumente für die Öffnung der kurzen Strecke fand zudem Uwe Zebedis, Verkehrsfachmann der KeLi. CDU-Fraktionschef Rainer Kruse ergänzte, die B 206 solle zwar für den flotten landwirtschaftlichen Verkehr frei gegeben werden. In ihrer künftigen Funktion als wichtige Anbindung an die A 20 müsse sie jedoch als Kraftfahrtstraße erhalten bleiben.

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