Flaschenpost von "Pirat Rotbart"

Ungewöhnliches Treibgut: Die Flaschenpost wurde in Wewelsfleth angespült.
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Ungewöhnliches Treibgut: Die Flaschenpost wurde in Wewelsfleth angespült.

Von der Abenteuerlust gepackt: Eva Adebahr sucht nach dem Absender der Buddel mit Schatzkarte

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07. April 2012, 08:18 Uhr

Wewelsfleth | Seit Jahren geht Eva Adebahr jeden Sonnabend und Sonntag zum Walken - in Hollerwettern auf dem Deich. "Am 25. Februar war es mir zu windig", erzählt sie. Die Wewelsfletherin lief unten entlang der Elbe. Die Eisschollen waren nahezu weggetaut - und plötzlich sah sie mitten im Treibsel eine Buddel, die sich bei näherer Betrachtung als Flaschenpost entpuppte. "Toll, schon immer wollte ich eine Flaschenpost finden", erzählt sie. Bevor sie die Flasche aufhob, machte sie noch schnell mit ihrem Handy ein Foto.

Eva Adebahr hob die Flasche auf und betrachtete sie ganz genau. Es handelte sich um eine Weinflasche, zu entziffern lässt sich nur noch, dass es sich bei dem ursprünglichen Inhalt einmal um einen trockenen Rosé aus der Pfalz handelte. Jetzt steckte ein weißer Zettel im Bauch der Flasche. "Ich brach meinen Spaziergang ab, weil ich zu gespannt war auf die Nachricht darin." Zu Hause durchschnitt sie vorsichtig das Klebeband um den Flaschendeckel und zog das Blatt Papier, das nahezu trocken geblieben war, heraus.

Und seitdem ist es spannend: Aufgemalt ist nämlich eine Schatzkarte, der Absender: "Pirat Rotbart". Eine Kinderhand hat mit Bleistift geschrieben, eine Zeichnung mit Koordinaten aufgemalt und mitgeteilt: "Ich möchte dem Finder ein Vermögen schenken, weil ich mit 140 000 000 Talern in Euro nicht leben kann."

Eva Adebahr studierte das Schreiben und die Zeichnung immer wieder, drehte das Blatt in alle Richtungen, stellte sich vor, wo die Stelle sein könnte, die dort beschrieben wird. Sie machte sich sogar auf, um zu versuchen, dem beschriebenen Weg zu folgen, kam aber nicht wirklich weiter. Sie legte die Nachricht erst einmal weg. Doch der Gedanke daran ließ sie nicht los. "Ich möchte den Schatz unbedingt finden und hoffe nun auf weitere Hinweise." Das "Geld", meint sie schmunzelnd , wäre bei ihr in guten Händen, "ich würde auch andere daran teilhaben lassen." Und sie ist neugierig auf "Pirat Rotbart", von dem sie hofft, dass er sich meldet. Es wäre einfach schön, den Weg der Flaschenpost nachvollziehen zu können - denn weder Datum, noch "Absendeort" sind auf dem Zettel vermerkt. redaktion.wilster@shz.de

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