Feuerwehrwagen wird kalifornischer Surfbus

Gegen Gebot verkauft: Der Gerätewagen (li.) wird Surfbus in Kalifornien, das Tragspritzenfahrzeug  Museumsstück in Kiel.  Foto: Rosenburg
Gegen Gebot verkauft: Der Gerätewagen (li.) wird Surfbus in Kalifornien, das Tragspritzenfahrzeug Museumsstück in Kiel. Foto: Rosenburg

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12. August 2009, 10:10 Uhr

Wilster | Dass so viel Interesse an den alten Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Wilster bestehen würde, verblüffte ihn doch - gleichzeitig freute sich Thorsten Franck im Ordnungsamt des Amtes Wilstermarsch aber auch über die Angebote, die eingingen. Ab Anfang vergangenen Monats hatte die Stadt einen Gerätewagen mit Seilwinde (Kilometerstand: 13 800), Baujahr 1978, und ein Tragspritzenfahrzeug (Kilometerstand: 30 000), Baujahr Juni 1979, gegen Gebot zum Kauf angeboten. Über die Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Wilster und über unsere Zeitung wurden die Fahrzeuge "vorgestellt". Nun wechselt der Gerätewagen seinen Standort Richtung Kalifornien und das Tragspritzenfahrzeug in ein Privatmuseum nach Kiel. Für beide Fahrzeuge hat die Stadt "etwas über 4600 Euro" bekommen.

"Es ist wirklich erstaunlich", meint Thorsten Franck, wobei er auf die Zukunft der Fahrzeuge hinweist. Das Tragspritzenfahrzeug galt als Fall für Bastler - und das sind sie mit Leib und Seele, die Mitglieder eines Vereins, der Träger eines privaten Feuerwehr-Museums in Kiel ist. Der Verein habe in einem Gewerbegebiet eine Halle zum Museum umgebaut, das schon seit 20 Jahren existiere.

Mitglieder des Vereins werden das alte Wilsteraner Fahrzeug wieder instand setzen. Dann wird es zu den anderen Oldtimern gehören, die der Verein auch für Veranstaltungen zur Verfügung stellt. Es könnte durchaus sein, so Thorsten Franck schmunzelnd, dass - vielleicht zu einem Feuerwehr-Jubiläum - das Tragspritzenfahrzeug irgendwann einmal wieder durch Wilster fahren werde. Da es musealen Zwecken dient, wird der Schriftzug "Freiwillige Feuerwehr Wilster" auch als "Erkennungszeichen" erhalten bleiben.

Vereinsmitglieder holten das Fahrzeug ab, setzten es vor der Wilsteraner Feuerwache so weit in Gang, dass sie langsam damit - in Begleitung ihres Werkstattwagens - Richtung Kiel fahren konnten.

Für das Tragkraftspritzenfahrzeug gab es übrigens auch ein Angebot eines Brokdorfers, das nur 25 Euro unter dem des Museumsvereins lag.

Dem größeren, fahrbereiten, lediglich kleinere Mängel aufweisenden Gerätewagen mit Seilwinde steht eine abenteuerlichere Tour bevor. Das höchste Gebot für ihn gab ein Amerikaner ab, der zurzeit in Kiel an einem Forschungsprojekt arbeitet und im September wieder in die USA zurückkehren wird.

Wenn der Gerätewagen es hergibt - dessen Zustand wird nochmal in einer Werkstatt gecheckt -, will der Amerikaner in dem Fahrzeug über Russland und Kanada in seine Heimat reisen. Ziel wird San Diego in Kalifornien sein. Dort will der neue Besitzer den Gerätewagen aus Wilster zum Surfbus umfunktionieren. Sollte der Check ergeben, dass der Gerätewagen die Überland-Route nicht schaffen würde, werde das Fahrzeug eben nach Kalifornien verschifft.

"Wir stehen mit dem Beisitzer in Kontakt", erzählt Thorsten Franck, der hofft, dass der Amerikaner irgendwann einmal von sich und dem "Surfbus mit Seilwinde" hören lassen wird.

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