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Wilstersche Zeitung

18. August 2017 | 07:43 Uhr

"Eine kleine, feine Werft"

vom

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zeigt sich beeindruckt von Peters Schiffbau und betont notwendige Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur

Wewelsfleth | Als Wirtschaftsminister muss man wissen, was auf den Werften im Land los ist. Nach dieser Prämisse hatte Reinhard Meyer (SPD) im Sommer vergangenen Jahres seine erste Werftentour gestartet, die er in diesem Sommer fortsetzte und die ihn gestern auf die Wewelsflether Werft führte. Im Gespräch mit Mark Dethlefs, geschäftsführender Gesellschafter der Peters Schiffbau GmbH, wollte er sich bei einem Rundgang über das Werftgelände einen Überblick über aktuelle Projekte und Probleme verschaffen.

Im anschließenden Pressegespräch zeigte sich Wirtschaftsminister Meyer beeindruckt, dass das Unternehmen an einem Standort, der nicht auf dem ersten Blick einleuchtend sei, so viel auf die Beine stelle. Die Peters Schiffbau GmbH sei eng mit der Region verbunden, und gerade solche Unternehmen seien für das Fundament Schleswig-Holsteins wichtig. Häufig werde unterschätzt, wie notwendig auch das Profil für den Standort sei. Und die Wewelsflether Werft - sie besteht seit über 140 Jahren - sei wie andere Werften im Land auch ein Zeichen dafür, welch starken Wandel die maritime Wirtschaft durchmache. Mit Spezialbau von Megayachten bis hin zu Reparaturen an Schiffen, bei denen Know-How und Qualität gefragt sind, habe Peters Schiffbau eine Nische gefunden - und das sei wichtig für den Standort.

"Eine kleine, feine Werft", urteilte Meyer, der auch zur Frage der Verbesserung der verkehrstechnischen Infrastruktur in der Region Stellung bezog. Ein Problem der Werft könnte in der Zukunft die Enge der Schleusen am Störsperrwerk werden. Die sind 22 Meter breit, entsprechend hängt daran die Schiffsgröße eines Auftrags. Hier allerdings sieht Reinhard Meyer zurzeit keinen Handlungsspielraum. In erster Linie, so der Minister, diene das Sperrwerk dem Küstenschutz, und dafür bedürfe es momentan keiner Modernisierung. "Wir können nicht sofort loslegen." Sollten in der Zukunft Erneuerungsarbeiten notwendig werden, sei mit einem großzügigeren Umfang zu rechnen. Mark Dethlefs unterstrich die Tendenz zu größeren Schiffen und sprach von der Überlegung, ob das Unternehmen gemeinsam mit der Landesregierung Baumaßnahmen am Störsperrwerk verwirklichen könnte.

"Das ist eine wichtige infrastrukturelle Einrichtung" und sei ein langfristiges Thema. Er stimmte dem Minister zu, der den Ausbau von B 431 - Anbindung an den Brunsbütteler Hafen - und der A 20 mit fester Elbquerung als primären Bedarf für die Region an der Westküste insgesamt einstufte. Deutlich machte Reinhard Meyer auch das Bestreben der Landesregierung, den Werften möglichst unter die Arme zu greifen. Dann zum Beispiel, wenn für Investitionen größeren Umfangs eine Absicherung benötigt würde. Mark Dethlefs betonte, dies sei im Moment nicht nötig, man kooperiere gut mit der Hausbank.

Die Peters Schiffbau GmbH habe viele Investitionen getätigt - zurzeit 3 Millionen Euro in neue Anlagen - und weitere würden 2014 folgen. 2015 sei die Überdachung des Docks geplant, ein Finanzaufwand größeren Ausmaßes. Die Auftragslage sei gut, sowohl im Bereich Neubau als auch bei den Reparaturen. "Wir planen den nächsten Neubau und hoffen da in diesem Jahr noch zu Verträgen zu kommen." Alles in allem: "Wir sind vorsichtig optimistisch, dass es hier gut weitergeht", so der Inhaber der Werft, die 115 feste Mitarbeiter und 15 Auszubildende beschäftigt. Hinzu kommen, Mitarbeiter von Fremdfirmen - momentan sind insgesamt 480 Beschäftigte auf dem Werftgelände tätig.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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