Bauernhaus ein Raub der Flammen

Die Flammen loderten aus dem Gebäude, die Feuerwehrleute  kämpften dagegen bis in den Morgen. Foto: Schwarck
Die Flammen loderten aus dem Gebäude, die Feuerwehrleute kämpften dagegen bis in den Morgen. Foto: Schwarck

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27. Februar 2010, 09:58 Uhr

Wewelsfleth | Sie konnten nur ihr nacktes Leben retten: Fassungslos standen Klaus-Georg und Hilde Reimers in der Nacht zu gestern vor ihrem lichterloh brennendem Zuhause. Durch den verheerenden Brand wurde der reetgedeckte Bauernhof der Eheleute im Wewelsflether Ortsteil Groß-Wisch in Schutt und Asche gelegt. Die 73 Jahre alten Bewohner, die vor knapp einem viertel Jahr ihre goldene Hochzeit hatten feiern können, konnten sich zwar noch rechtzeitig ins Freie retten, verloren aber fast ihr gesamtes Hab und Gut. Die Brandursache ist noch unbekannt. Die Kriminalpolizei Itzehoe hat die Ermittlungen aufgenommen. Auf über 400 000 Euro wird der Sachschaden geschätzt.

Es war wenige Minuten nach Mitternacht, als Nachbar Lothar Kinkel ein lautes Krachen hörte. Er entdeckte als erster die im hinteren Wirtschaftsteil des Reimers-Hofes auflodernden Flammen, die - so beschrieb er die Entwicklung - "ruckzuck das gesamte Gebäude erfassten". Während er die Rettungskräfte alarmierte und versuchte, die Eheleute Reimers telefonisch zu erreichen, rannte seine Ehefrau Edith Bender zur Brandstelle. Inzwischen war aber auch Hilde Reimers durch den Lärm aus dem Schlaf aufgeschreckt und hatte hellen Feuerschein bemerkt. Sie weckte ihren Mann, so dass sich beide unbeschadet in Sicherheit bringen konnten - nur mit dem bekleidet, was sie am Leib trugen.

Unter der Einsatzleitung des Wewelsflether Wehrführers Jürgen Schröder bekämpften rund hundert Feuerwehrleute das Großfeuer. Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Wewelsfleth, Brokdorf, Beidenfleth und Glückstadt. Im Wirtschaftsteil wurden die dort eingelagerten Heuballen sowie ein privates landwirtschaftliches Museum durch das Feuer vernichtet. Auch der Wohnteil des gepflegten Wilstermarsch-Hofes - ein vielfach von Touristen fotografierter Bauernhof - brannte nieder. "Wir konnten aber nach Abschluss der Löscharbeiten noch wichtige persönliche Unterlagen aus dem Wohnteil retten", berichtete Wehrführer Jürgen Schröder gestern Mittag. Vor allem Fotos, Akten und Urkunden sowie Erinnerungen an die goldene Hochzeitsfeier blieben erhalten.

Noch während der Löscharbeiten fanden Klaus und Hilde Reimers Hilfe, Betreuung und Unterkunft bei ihren Nachbarn Edith Bender und Lothar Kinkel, die auf ihrem Anwesen eine Pension betreiben. Die Feuerwehren bekämpften das Flammenmeer aus allen Rohren. Löschwasser wurde nicht nur aus dem Hofgraben genommen, sondern auch aus der nahe gelegenen Hollerwettern zur Brandstelle gepumpt. In die Löscharbeiten war auch ein Löschzug der Glückstädter Feuerwehr mit der Drehleiter eingebunden. Der Verkehr auf der am Haus vorbeiführenden Bundesstraße 431 wurde während des fast zwölfstündigen Feuerwehreinsatzes über die Kreisstraße Hollerwettern/Dammducht umgeleitet.

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