Abenteuer: Segeltour nach St. Petersburg

Im  Yachthafen von St. Petersburg (v.li.): Dolmetscherin Olga, Eggert Göttsch und Burckhard Schröder.
1 von 2
Im Yachthafen von St. Petersburg (v.li.): Dolmetscherin Olga, Eggert Göttsch und Burckhard Schröder.

Von Beidenfleth aus legten die Segler insgesamt 1900 Seemeilen zurück.

Avatar_shz von
09. Januar 2009, 10:15 Uhr

Beidenfleth | Der Beidenflether Ernst-Albert Nath ist passionierter Segler. Wie seine Vereinskollegen nutzt er die Winterzeit, um sein Segelschiff für die neue Saison klar zu machen. Die Beidenflether Segler starten mit dem Ansegeln am Sonnabend, 18. April, in die nächste Saison. Dann wird Ernst-Albert Nath mit seiner "Delta 36" wieder in heimischen Gewässern unterwegs sein.

Dabei wird er noch gern an den Sommer des vergangenen Jahres zurückdenken. Denn vor zehn Jahren wurde die Idee für einen besonderen Segeltörn geboren, der im August Wirklichkeit wurde. Inspiriert von Segelkollegen Eggert Göttsch und Burckhard Schröder kündigte Klaus Ehrke seinem Bootskompagnon Ernst-Albert Nath an: "In zehn Jahren, wenn Du in Rente gehst, segeln wir beide nach St. Petersburg!" Dass das 1998 nicht so dahin gesagt war, zeigte sich Ende 2007. Die Planung der Reise begann und Kontakte wurden hergestellt, die Route und Termine festgelegt, Visa beantragt. Am 6. Juni diesen Jahres legte die "La Galite" vom Steg des Beidenflether Seglervereins mit Kurs St. Petersburg ab. Wer nicht an Bord war, war Ernst-Albert Nath. Aus beruflichen Gründen konnte er erst am 15. Juni in Visby/Gotland an Bord gehen. Sein Chef Ralf Stüben flog ihn in einem Sportflugzeug von Hopen/St. Michaelisdonn ins schwedische Visby. Helmut Andres aus Meckenheim bei Bonn, ein Freund von Klaus Ehrke, war für Nath auf dem ersten Stück eingesprungen und konnte so die Reise miterleben. "Das war schon ein kleines Abenteuer", sinniert Ernst-Albert Nath. Bei einem Durchschnittsalter von 72 Jahren war er mit 65 das Küken in der Mannschaft. Die erfahrenen Segler schipperten nach der Kanalpassage Richtung Rügen - Bornholm - Gotland - Ösel - Tallin nach St. Petersburg. Dort erwartete sie die Fremdenführerin Olga, die mit den Beidenflethern seit Jahren Kontakt hat. Sie hat Kunstgeschichte und Deutsch studiert und war somit die ideale Anlaufstelle für die Seefahrer. Die Reise-Organisatoren Eggert Göttsch und Burckhard Schröder hatten den Plan, die La Galite im "Petrovskaya Yachtclub" St. Petersburg in Empfang zu nehmen. Durch günstige Winde auf der Überfahrt wurde daraus jedoch nichts. Das Schiff kam einen Tag früher als geplant an und so begrüßten die Segler die Flugreisenden in ihrem Hotel. Die Urlauber erlebten die weißen Nächte der Sommersonnenwende, genossen Herrenhäuser, Kirchen und Kultur. Olga zeigte ihnen Land und Leute und voller Eindrücke traten die Männer die Rückreise an. Göttsch, Schröder und Andres per Flugzeug, Klaus Ehrke und Ernst-Albert Nath mit ihrem Schiff. Nach dreizehn Reisetagen über Helsinki, Stockholm und Kiel trafen die beiden Seemänner wieder in Beidenfleth ein. "Wir hatten keinen Ernstfall oder kritische Situationen", berichtet Ernst-Albert Nath von der Rückfahrt. Die Gesamtstrecke von zirka 1900 Seemeilen überstanden Mann und Boot unbeschadet. Im Gebiet der Europäischen Union bis/ab Estland gab es keine Schwierigkeiten und darüber hinaus erfuhren die Reisenden viel Hilfsbereitschaft und freundliche Tipps. "Nur das Ein- und Ausklarieren war etwas langwierig", erzählt Skipper Nath. Er hat jetzt die 10,80 Meter lange Delta 36 übernommen. Klaus Ehrke hat sich mit der St. Petersburg-Tour als Langstreckensegler zur Ruhe gesetzt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen