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Bauausschuss empfiehlt: Kreis-Zuschuss für gesicherte Zukunft der Störfähre Else

Von Ilke Rosenburg | 27.09.2022, 18:18 Uhr

Kreistag hat am 29. September den Beschluss auf dem Tisch, die Gemeinden Beidenfleth und Bahrenfleth bei den ungedeckten Kosten der Fährverbindung zwischen Wilster- und Krempermarsch mit einer freiwilligen Leistung von bis zu 50.000 Euro zu unterstützen.

„Das ist gut.“ Zufrieden verließ Beidenfleths Bürgermeister Andreas Lorenz am Montagabend die Kreisbauausschusssitzung im Kreistagssaal in Itzehoe. Gerade hatten die Ausschussmitglieder unter Vorsitz von Tobias Rückerl (FDP) die Empfehlung an den Kreistag ausgesprochen, den Gemeinden Beidenfleth und Bahrenfleth bei den ungedeckten Kosten der Fähre Else unter die Arme zu greifen. Die Seilfähre fungiert quasi als Kreisstraßenverbindung zwischen der Wilster- und der Krempermarsch.

„Die Fähre Else ist ein Kleinod, und es ist sowas von schön, wenn man das hat.“
Tobias Rückerl
Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses des Kreises Steinburg

Eine Auffassung, die die Ausschussmitglieder mit ihrem Vorsitzenden teilten. Nicht nur die historische und damit auch touristische Bedeutung der Seilfähre, sondern vor allem die Verkehrsverbindung zwischen der Wilstermarsch und der Krempermarsch wurden unterstrichen.

Auch wenn juristisch gesehen der Weg über die Stör keine Kreisstraße bedeuten würde und die Fähre zwar im Eigentum der Gemeinden sei, aber von einem privaten Betreiber als Pächter geführt werde, sahen die Ausschussmitglieder doch die finanzielle Unterstützung bei den ungedeckten Kosten für wichtig an. Allein wenn das Störsperrwerk in Wewelsfleth nicht für den Verkehr passierbar sei, habe sich die Fähre schon oft als Alternative ohne große Umwege erwiesen. Und auch für die Landwirtschaft ebenso wie für private Anwohner auf beiden Marschenseiten spiele die kurze Fährverbindung eine große Rolle.

2021 über 46.000 Euro ungedeckte Kosten

Damit der Betrieb der Seilfähre auch in den nächsten Jahren aufrecht erhalten werden kann, waren die Gemeinden Beidenfleth und Bahrenfleth im vergangenen Jahr an den Kreis herangetreten und um Prüfung gebeten, wie und in welchem Umfang sich der Kreis an der Finanzierung der ungedeckten Kosten beteiligten könnte.

Den jährlichen Zuschussbedarf, der durch den Betrieb der Fähre entsteht, müssen hauptsächlich die Gemeinden tragen, die Ämter Itzehoe-Land, Horst-Herzhorn und Wilstermarsch und die Gemeinde Hodorf beteiligen sich. Für 2021 musste laut Vorlage der Kreisverwaltung ein Unterdeckungsbeitrag für den Betrieb der Fähre von 46.565,62 Euro ausgeglichen werden. Ein immenser Kostenfaktor, den die Gemeinden nicht mehr schultern können.

Freiwillige Leistung des Kreises

Der Kreisbauausschuss empfiehlt nun dem Kreistag zuzustimmen, dass der Kreis einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent des jährlichen Unterdeckungsbetrags, höchstens aber 50.000 Euro übernimmt. Dabei handele es sich um eine freiwillige Leistung des Kreises, die mit dem entsprechenden Betrag für dieses Jahr noch im Nachtragshaushalt und in den Folgejahren in selber Höhe von 50.000 Euro im Haushalt eingestellt werden soll. Der Betrieb der Fähre soll weiterhin durch die beiden Gemeinden organisiert werden.          

Die Ausschussmitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus. Die Entscheidung fassen die Kreistagsmitglieder in ihrer Sitzung am 29. September ab 17 Uhr im Regionalen Berufsbildungszentrum in Itzehoe.

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