Wer will in den Seniorenbeirat?

Ralf Fromhein (von links) und Bruno Dörling treten nicht wieder für den Tornescher Seniorenbeirat an. Gemeinsam mit Heidi Gottschalk aus dem Amt für soziale Dienste und Amtsleiterin Sabine Kählert hoffen sie, dass sich für die Wahl am 6. Mai zahlreiche Bewerber finden.
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Ralf Fromhein (von links) und Bruno Dörling treten nicht wieder für den Tornescher Seniorenbeirat an. Gemeinsam mit Heidi Gottschalk aus dem Amt für soziale Dienste und Amtsleiterin Sabine Kählert hoffen sie, dass sich für die Wahl am 6. Mai zahlreiche Bewerber finden.

Mit der Wahl am 6. Mai soll das Gremium in Tornesch neu aufgestellt werden

shz.de von
24. Januar 2018, 17:30 Uhr

Drei Mitglieder sind es noch, die die Fahne des Tornescher Seniorenbeirates hochhalten. Da es laut Satzung aber mindestens fünf sein müssten, wird der Beirat von der Stadtverwaltung derzeit lediglich geduldet und könnte theoretisch sogar aufgelöst werden. Doch das will im Rathaus niemand. Stattdessen hoffen die Beteiligten auf viele Interessenten, die sich für die Neuwahl des Gremiums am 6. Mai aufstellen lassen wollen.

„Es geht um die Gestaltung der Lebensbedingungen für die Senioren in unserer Stadt“, macht Sabine Kählert, Leiterin des Amts für soziale Dienste, deutlich. Ob Nahverkehr, Gestaltung des Stadtzentrums, Überquerungshilfen an Straßen oder mehr Ruhebänke in der Stadt − der künftige Seniorenbeirat entscheidet, was für ihn relevant ist und welche Themen er in den Fokus rücken möchte, so Kählert. Sie betont: „Grundsätzlich ist das ein offenes Feld.“

Ein Feld, das in den vergangenen Jahren unter anderem Ralf Fromhein beackert hat. Der 69-Jährige ist seit 2012 Vorsitzender des Seniorenbeirats. Doch mit dem Ende der aktuellen Amtszeit am 31. Mai 2018 ist für ihn Schluss. Da seine Frau in Rente geht, wollen beide nun mehr Zeit miteinander verbringen und mehr reisen, erläutert Fromhein. Da er zudem ehrenamtlicher Betreuer ist und sich bei der Gruppe Ü60-Aktiv engagiert, sei es ihm nicht mehr möglich, die Aufgaben im Seniorenbreirat zu erfüllen. Dazu zählt laut Fromhein unter anderem, Ansprechpartner für Bürger, Verwaltung und Politiker zu sein. Auch bei Interessengruppen sollte man sich einbringen und die Sichtweise der älteren Generation vertreten.


Verbliebene Mitglieder ziehen sich zurück

Mit Fromhein ziehen sich auch Bruno Dörling und Georg Haese, die beiden letzten verbliebenen Mitstreiter im Seniorenbeirat, aus der aktiven Arbeit zurück. Dörling, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, hat den Beirat von 2004 bis 2012 geleitet. Eine Zeit, in der viel bewegt worden sei. „Im Alter hat man eine andere Sicht auf die Dinge und wir wollten die Stadt für die Senioren besser machen“, blickt Dörling zurück.

Kählert und Heidi Gottschalk, die ebenfalls im Amt für soziale Dienste arbeitet und im Rathaus als Ansprechpartnerin fungiert, hoffen nun, an die erfolgreichen Jahre des Seniorenbeirats anknüpfen zu können. Erfolgreich in dem Sinne, dass sich in Tornesch in den 1990er-Jahren bis zu 19 Mitglieder an der Arbeit für die ältere Generation beteiligten. Seitdem ging die Zahl kontinuierlich zurück, sei es wegen mangelnden Interesses oder auch des Wechsels in die aktive Politik. Kählert betont: „Wir würden uns freuen, wieder eine schlagkräftige Mannschaft zu haben.“

Mindestens fünf Bewerber werden benötigt, offen ist der Seniorenbeirat für bis zu neun Mitglieder. Auch Ersatzkandidaten und Nachrücker seien gern gesehen, betont Gottschalk. Neu ist, dass die Wahl künftig parallel zur Kommunalwahl erfolgt. Entsprechend beträgt die Amtszeit fünf Jahre. Ziel der Maßnahme ist, die Beteiligung, die zuletzt zu Wünschen übrig ließ, zu erhöhen. Dafür könnte auch die Tatsache sorgen, dass auf Antrag auch eine Briefwahl möglich ist.

Als eine seiner letzten Amtshandlungen hatte Fromhein im November erfolgreich dafür gekämpft, dass Wählbarkeit und Wahlalter bei 60 Jahren bleiben. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, das Alter um zehn Jahre anzuheben und dies unter anderem mit der gestiegenen Lebenserwartung und der stufenweisen Erhöhung des Renteneintrittsalters begründet (wir berichteten). Fromheins Kritik an den Plänen teilten auch die Politiker, die das Vorhaben einstimmig ablehnten.


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Fragen zur Arbeit im Seniorenbeirat beantwortet Ralf Fromhein unter Telefon (0 41 22) 5 31 80 und per E-Mail an Ralf.Fromhein@ t-online.de

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