Ein Artikel der Redaktion

Debatte über E-Roller Verleih von E-Scootern: Auch ein Thema für Uetersen?

Von Klaus Plath | 14.10.2022, 05:00 Uhr

In Elmshorn werden die E-Roller gelobt, stehen aber auch in der Kritik. Klar ist aber, die grün-weißen Mietroller fallen verstärkt auf. Auch in Uetersen, allerdings außerhalb des Vertragsgebiets.

Mikromobilität ist ein Thema immer mehr Städte. Auch in Schleswig-Holstein. Kurze Strecken mit dem Auto zurückzulegen, ist unwirtschaftlich. Hier hat die E-Scooter-Szene eine Marktlücke entdeckt und erschließt sich täglich immer neue Vertragsgebiete. So auch die Firma Lime, deren grün-weiße Roller jetzt auch in Elmshorn zu finden sind. Und zwar überall im Stadtgebiet. Uetersen gehört bislang eigentlich zu den rollerfreien Städten.

Zuweilen werden Roller auch in Uetersen abgestellt

Es mehren sich jedoch die Hinweise von abgestellten Rollern in der Rosenstadt. Jüngst wurde ein solcher Roller an der Bleekerstraße abgestellt – das Versicherungskennzeichen war entfernt worden. Offensichtlich ist der Roller aus einem Vertragsgebiet heraus weiter genutzt worden, bevor es anschließend zum Abmontieren des Kennzeichens in Uetersen gekommen ist, was bei Lime unter Vandalismus gebucht wird.

Wie aber ist es möglich, dass jemand den Scooter über den Vertragsraum hinweg nutzen kann? Dazu befragt, sagte Lime-Sprecherin Sarah Schweiger: „Lime darf aus Sicherheitsgründen Fahrten, die außerhalb des Servicegebietes stattfinden, nicht unterbrechen.“

Leihvorgang kann nicht abgeschlossen werden

Allerdings könnten Fahrer den Leihvorgang außerhalb des Servicegebietes von Lime nicht abschließen und müssten somit über die eigentliche Fahrzeit hinaus bezahlen. Außerhalb des Vertragsgebiets abgestellte Roller könnten daher auch nicht erneut in Betrieb genommen werden.

Die Roller seien aber zu jedem Zeitpunkt per GPS ausfindig zu machen. Lime hole „diese schnellstmöglich ab, sind sie nicht ordnungsgemäß innerhalb eines Servicegebietes geparkt“, sagt Schweiger. Und: „Obwohl Vandalismus deutschlandweit abnimmt, findet er hier und da leider noch statt. Wir bringen solche Vorfälle zur Anzeige“, sagt die Unternehmenssprecherin.

Uetersen ist noch nicht in den Fokus gerückt

Dennoch müsse Lime einen nachhaltigen Betrieb gewährleisten können. Lägen Städte zu weit entfernt vom Lagerhaus, aus dem Lime in der jeweiligen Region operiert, und sei eine nachhaltige Planung von Betriebsfahrten aufgrund zu großer Distanzen zum Lagerhaus beziehungsweise zu anderen Städten in der Region, nicht möglich, sehe das Unternehmen von einer Expansion ab.

Wenn Uetersen oder andere Städte in der Region Elmshorn an das Vertragsgebiet angeschlossen werden sollten, werde das von Lime rechtzeitig kommuniziert.

Politiker geben sich eher ablehnend

Was sagt die Politik zur möglichen Ausweitung des Leihrollersystems auf das Uetersener Stadtgebiet? Der SPD-Vorsitzende Ingo Struve wird deutlich: „Ich halte die Roller für eine Plage. Wir waren jetzt wieder mit dem Fahrrad in Hamburg unterwegs. Überall liegen dort die Roller kreuz und quer herum.“

Vielleicht, sagt der SPD-Chef weiter, sei der Roller ein gutes Mittel, um sich fortzubewegen, aber die Nutzer kämen ihm so vor, als seien sie ziemlich rücksichtslos. Die Roller irgendwo abzulegen, wo alte oder sehbehinderte Menschen darüber fallen könnten, sei nicht in Ordnung.

Leon Stark, der stellvertretende Vorsitzender der Uetersener CDU, sieht es ähnlich. „Als die E-Roller in Hamburg eingeführt wurden, habe ich sie selbst ausprobiert. Uetersen aber erscheint mir nicht geeignet dafür. Es würde Chaos entstehen.“

Der Jugend allerdings bescheinigt Stark, dass diese den E-Roller schon nutzen würden. Und auf kürzeren Strecken könnten E-Roller den ÖPNV ergänzen. Aufgrund des aber sogar schon in Großstädten ausgebrochenen Streits, halte er eine Ausweitung des Vertragsgebiets auf Uetersen für eher kritisch, obwohl er neue Mobilitätskonzepte grundsätzlich begrüße.

Bürgermeister ist skeptisch

Bürgermeister Dirk Woschei (SPD) erkennt den Nutzen nicht so ganz: „Ich weiß nicht, warum man das in Uetesren brauchen sollte. Hier ist alles zu Fuß erreichbar, das mache ich auch.“

Er sehe, wie „rücksichtslos mit den Dingern gefahren“ werde. Auch das Nutzerverhalten, die Roller in den Vertragsgebieten überall abzustellen, habe in ihm die Auffassung wachsen lassen, den Leirollern eher skeptisch gegenüberzustehen. „Es ist für mich kein Teil der Mobilitätswende“, stellt der Bürgermeister klar.

Noch keine Kommentare