Schulauer Hafen in Wedel Schluss mit Elbblick? Kritik an geplanter Bepflanzung der Ostmole

Von Oliver Gabriel | 20.09.2022, 07:30 Uhr 1 Leserkommentar

Bis zu 20 Meter hoch sollen die Bäume im neuen grünen Hang am Wedeler Hafen werden. Das konterkariert die Idee der freien Sicht, moniert die FDP. Rund 200 Miet- und Eigentümerparteien sollen betroffen sein.

Wedels FDP wittert neue Planungspannen beim Umbau des Schulauer Hafens. Stein des Anstoßes ist die Gestaltung der Ostmole, genauer gesagt die geplante Bepflanzung mit Bäumen.

„In der Nachbarschaft sind Sorgen aufgekommen, der Bewuchs könnte zu groß werden.“
Martin Schumacher
Planungspolitischer Sprecher FDP Wedel

Tatsächlich würde aus dem Konzept für die Gestaltung der Freianlagen hervorgehen, dass mit Silberweiden eine Baumart gewählt wurde, die hoch werden könne – richtig hoch. Laut Konzept bis zu 20 Meter, berichtet Martin Schumacher, planungspolitischer Sprecher die Liberalen. Und fügt kopfschüttelnd mit Blick auf die umliegende Bebauung hinzu: „Das ist die Höhe einiger der Häuser.“

„Warum haben wir wochenlange Auseinandersetzungen über das Glasband auf der Flutschutzmauer geführt, das den ungestörten Blick auf den Hafen erleichtern soll, wenn dieser Blick durch hochwachsende Bäume verstellt wird?“, lautet eine von zehn kritischen Fragen zu den Molen-Bepflanzungen an die Verwaltung, die die FDP in der Planungsausschusssitzung am 20. September vorlegen wird.

Konzept berücksichtigt zu wenige Betroffene

Irritiert zeigen sich die Liberalen auch darüber, dass in der Information über die Baumstandorte laut dem Konzept nur auf die Einschränkung der Blickbeziehungen der neuen Gebäude von Rehder Wohnungsbau an der Ecke Strandweg/Hafenstraße eingegangen werde und nicht auf die Einschränkungen, die auf Mieter und Eigentümer am Hafen selbst sowie an der Schulauer Straße bis zum Elbpark zukommen würden.

Schumacher spricht von rund 200 Miet- und Eigentümer-Parteien, die betroffen sein würden. Und der Planungspolitiker weiß um die Sensibilität dieses Themas. Wer in die Nähe der Elbe ziehe, sei froh um jedes noch so kleine Sichtfenster aufs Wasser – eines der großen Themen bei der Hafenneugestaltung. Schumacher selbst wohnt in der Hafenstraße. Von den Baumpflanzungen wäre er selbst allerdings nicht beeinträchtigt.

Sorge um die Uferbefestigung

Es sind indes mindestens zwei weitere Aspekte, die die Liberalen bei den Baumpflanzungen skeptisch machen. Hohe Bäume gleich große Hebelwirkung bei Sturm, mutmaßt Schumacher – und stellt die Frage nach der Sicherheit der Uferbefestigung im kritischen Hochwasserbereich.

Zudem fragen die Liberalen sich und die Verwaltung, ob Klimaaspekte bei der Auswahl der Baumarten ausreichend berücksichtigt worden sind – und ob denn die Entscheidung noch zu revidieren ist. Zumal, so gibt Schumacher zu bedenken, Wedel just erst die Baumschutzsatzung verschärft hat, so dass sich mögliche Fehlentscheidungen hinsichtlich der Baumauswahl im Nachhinein schwerlich oder gar nicht zu korrigieren seien.

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