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Schenefeld Schenefeld schafft Blühflächen für Insekten

Von fk | 07.08.2020, 18:39 Uhr

Hinter der Stadtbücherei, an der Fünf-Finger-Kreuzung und an dem Schulacker der Gorch-Fock-Schule: In Schenefeld summt und surrt es zurzeit kräftigt.

Das liegt an den Bemühungen der Stadt und des Vereins „Schenefelder Beete“, insektenfreundliche Flächen zu gestalten. Auf Nachfrage unserer Zeitung haben Ulf Dallmann (linkes Foto), Fachdienstleiter Planen und Umwelt, sowie Jens Clausen (rechtes Foto), Vorsitzender der „Schenefelder Beete“, über die Maßnahmen für ein artenreiches Schenefeld gesprochen.

Die Stadt besitzt etwa acht Hektar Grünflächen. Ein Großteil davon befindet sich entlang der Düpenau und um das Regenrückhaltebecken Friedrichshulde. Viele Jahre wurden die Flächen in einem parkähnlichen Zustand gehalten. „Der Boden ist sehr nährstoffreich, sodass sich nur wenige Arten dort niederlassen“, sagt Dallmann. Das liege daran, dass die Wiesen immer gemulcht wurden. Das heißt, der Schnitt wurde nach dem Mähen liegen gelassen und funktionierte so als Dünger. Die Folge: Bis zu zwei Meter hohe Brennnesseln und wenig Lebensraum für Artenreichtum.

Vor vier Jahren hat die Stadt deshalb ein Grünflächenkonzept entwickelt, welches Schritt für Schritt umgesetzt wird, sagt Dallmann. Zunächst wurden über einige Jahre hinweg Rasen- und Wiesenflächen, die stark von Brennnesselhecken oder invasiven Pflanzen besetzt sind, vermehrt gemäht. Nachdem die unerwünschten Arten entfernt wurden, wird mittlerweile nur noch zweimal im Jahr gemäht. Außerdem wird weder gemulcht noch gedüngt. An Probeflächen am Flaßbarg, am Osterbrooksweg und hinter der Bücherei am Timmermannsweg hat der Bauhof regionale Wiesenkräuter ausgesät.

Das Prinzip soll nun auch auf anderen städtischen Grünflächen verfolgt werden, unter anderem auf Straßenbanketten. „Obwohl es hier viel Lärm und Schadstoffe gibt, bieten Straßenböschungen einen Lebensraum für verschiedene Pflanzen und Tiere“, sagt Dallmann. „Eine Ausnahme stellen natürlich Naherholungsflächen wie die Bürgerwiese, Spielplätze und Sportflächen dar.“ Diese werden weiterhin regelmäßig gemäht und gepflegt.

Neben der Stadt bemüht sich auch der Verein intensiv um insektenfreundliche Flächen in der Düpenaustadt. „Wir legen nun bei jedem Schulacker auch eine Blühwiese an“, berichtet Clausen. „Dabei säen wir Sorten, die von Insekten angeflogen werden – wie Steinklee und Salbei. Aber auch einige Sorten in den Gemüsebeeten – wie Kürbisse und Tomaten sind beliebt.“ Dabei achte der Verein darauf, so zu pflanzen, dass es das ganze Jahr blüht, beziehungsweise „von Frühjahr bis Herbst“, sagt Clausen.