Ein Artikel der Redaktion

Sturmschäden Wald an der Tonkuhle: Gemeinde Moorrege wartet auf Spezialmaschine

Von Susi Große | 11.04.2022, 09:00 Uhr

Die Wege im Wald an der Tonkuhle in Moorrege sind nach den schweren Stürmen im Februar zwar wieder frei, doch noch immer liegen kreuz und quer Bäume. Die Gemeinde wartet für die Aufräumarbeiten auf den Harvester.

Der Glinder Wald an der Tonkuhle in Moorrege bietet nach den schweren Stürmen Anfang des Jahres ein beklagenswertes Bild. Die Orkane Ylenia und Zeynep haben Mitte Februar immense Schäden im Kreis Pinneberg angerichtet, so auch an dem Waldstück im Besitz der Gemeinde Moorrege. Die Böen haben zahlreiche Äste und auch ganze Bäume abgebrochen oder sie entwurzelt. Noch immer liegen sie überall am Waldboden verstreut, an mehreren Stellen stapeln sich Holzstämme.

Gemeinde hat zunächst die Wege geräumt

„Wir als Gemeinde haben erstmal die Wege freigeräumt“, berichtet Bürgermeister Wolfgang Balasus (CDU) im Gespräch mit shz.de. So waren noch Tage nach dem Sturm die Wege durch den Wald gesperrt. Umgestürzte und abgebrochene Bäume auf ihnen hatten eine Gefahr für Passanten dargestellt. Und auch der Moorreger Angelverein hat jüngst bei einem Arbeitseinsatz etliche Sturmschäden rund um sein Gewässer in dem Waldstück beseitigt.

Harvester wird in Kürze erwartet

Für die großen Aufräumarbeiten abseits der Wege benötigt die Gemeinde aber einen Harvester. Der Vollholzernter kann Bäume fällen, entasten und in Stücke schneiden. Unmittelbar nach dem Sturm hat Balasus Kontakt zu Christian Rosenow von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein aufgenommen. Der Bezirksförster berät alle kommunalen und privaten Forstbesitzer, die keinen eigenen Förster haben. Er betreut auch die Aufforstung im Glinder Wald in Moorrege. Denn bereits vor den schweren Stürmen in diesem Jahr wurde in mehreren Schritten an der Wiederaufforstung des Waldes gearbeitet. Er soll in einen möglichst vitalen Mischwald umgewandelt werden.

Weiterlesen: Wald an der Tonkuhle in Moorrege: So läuft eine Aufforstung ab

„Der Harvester muss jetzt das gesamte Gelände bearbeiten“, sagt der Bürgermeister. Dass die schwere Maschine bislang noch nicht angerückt ist, liegt daran, dass es in ganz Schleswig-Holstein Sturmschäden zu beseitigen gilt. Nun wird der Vollholzernter aber in Kürze in Moorrege erwartet. „Anschließend werden wir dort weiter nachpflanzen müssen“, sagt Balasus. Es seien bereits schon größere Jungbäume einer früheren Aufforstungsaktion durch die Stürme abgebrochen. Auch sei davon auszugehen, dass der Harvester einige der frisch angepflanzten Baby-Bäume einer jüngeren Aufforstung bei seiner Arbeit beschädigen wird.

Die beiden Februar-Stürme haben in vielen Wäldern im Kreis Pinneberg Schäden angerichtet. Dass es den Moorreger Wald an der Tonkuhle so hart erwischt hat, liegt daran, dass sein allgemeiner Zustand ihn so anfällig für Stürme gemacht hat. Der Borkenkäfer hat sich in dem überwiegend aus Fichten bestehenden Waldstück ausgebreitet und schwächt die Bäume zunehmend. So mussten Anfang dieses Jahres bereits 90 Bäume gefällt werden, 150 waren es im vergangenen Jahr.

Mehr Informationen:

Der Borkenkäfer ist ein Schwächeparasit und gehört zu den gefährlichsten Schädlingen in der Forstwirtschaft. Nur in kränkelnden und absterbenden Bäumen findet er günstige Entwicklungsbedingungen. Geschwächte Nadelbäume bieten dem Borkenkäfer ideale Brutstätten.Bei für ihn optimalen Witterungsverhältnissen, wie etwa anhaltender Trockenheit, kann sich der Schädling rasant vermehren. Die Käferpopulation steigt dann so stark an, dass auch gesunde und vitale Bäume durch den Massenangriff absterben können. Es gibt verschiedene Arten von Borkenkäfern, die in Rinden- und Holzbrüter unterteilt werden.