zur Navigation springen

Haseldorf-Hetlingen : Zweiter Gottesdienst für demenziell Erkrankte in

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Für Sonntag, 20. März, lädt die Kirchengemeinde Haseldorf-Hetlingen zum zweiten Gottesdienst für demenziell Erkrankte ein.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2016 | 15:00 Uhr

Haseldorf/Hetlingen | Aus dem Gottesdienst für demenziell Erkrankte, Angehörige und Freunde ist ein Gottesdienst für alle geworden. In der zweiten Auflage der kirchlichen Feier am Sonntag, 20. März, liegt die Betonung auf der Gemeinschaft von Kranken und Gesunden: „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass die Demenzerkrankten zu uns gehören, Teil der Gemeinde sind“, erklärt Pastor Helmut Nagel. Es gelte, Ängste abzubauen. Deswegen sind diesmal ausdrücklich auch Besucher eingeladen, die mit dem Thema noch nicht in Berührung gekommen sind.

Vorbehalte Demenz gegenüber gibt es, weiß Nagel: „Das Thema ist durchaus auch mit Scham verbunden, für die Menschen selbst und für ihre Angehörigen. Es ist ein schmerzhafter Prozess, sich dem zu stellen.“ Ein Gottesdienst, der speziell auf die Bedürfnisse der Erkrankten ausgerichtet ist, hilft, weiß Altentherapeutin Nina Berg. Sie ist Initiatorin der Idee. „Die Demenzerkrankten vermissen die Kirche.“ Das hätten ihre Patienten oft genug selbst geäußert.

„Wenn die Lieder angestimmt werden, sind sie sofort mit dabei“, schwärmt die Hetlingerin. Lippen bewegten sich. Texte seien wieder präsent. Auch Pastor Nagel empfand die Premiere vor einem Jahr in Hetlingen „berührend und schön“. „Es war ein fröhlicher Gottesdienst“, betont er, in besonderer, aufnehmender Atmosphäre – und mit 70 Besuchern ein beeindruckender Zuspruch. Dieses Jahr findet die Feier in der Haseldorfer St. Gabriel-Kirche statt. Beginn ist um 15 Uhr.

Es werde ein Gottesdienst für alle Sinne, kündigt Nagel an. Eine gute halbe Stunde lang, mit etwas weniger Elementen als sonst, aber dennoch mit viel Zeit für Predigt, Gebete, Lieder und einen handlungsorientierten Teil. Der werde diesmal mit Seidentüchern gestaltet, verrät der Pastor. Sprachlich bemühe er sich um eine bilderreiche Schilderung. Das Kino im Kopf solle angeregt werden. Altentherapeutin Berg hat ihn beraten. Sie weiß, was bei Demenzerkrankten geht und was nicht. „Sie sind sehr ehrlich, das kann für Angehörige unangenehm werden“, sagt Berg und lacht. Das bedeutet, dass auch Mal unvermittelt aufgestanden wird, oder der Unmut frei heraus geäußert wird, wenn die Predigt zu lange dauert. Eine spannende Erfahrung, sagt Nagel und lacht ebenfalls. Deutlich wird: Die Organisatoren freuen sich auf den Gottesdienst.

Für die musikalische Begleitung sorgt Jürgen Strehl mit seiner Gitarre. Mitarbeiterinnen vom Hetlinger DRK stehen für Hilfestellung bereit. Nach der Feier gibt es bei Kaffee und Kuchen Gelegenheit, sich auszutauschen. Der Gottesdienst wird finanziell von den Hetlinger Unternehmern unterstützt.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen