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Vernissage in Haselau : Zwei Sichtweisen auf Afrika

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Haselauer Galerie Cavissamba zeigt Skulpturen aus Simbabwe zusammen mit afrikanischen Reiseimpressionen.

Haselau | Die neue Ausstellung „Blickfang Kunst – Simbabwe-Südafrika-Quickborn“ in der Haselauer Galerie Cavissamba ist eine Zusammenkunft der Perspektiven. Auf der einen Seite finden sich die 42 Skulpturen von zehn Künstlern aus Simbabwe und die farbenfrohen Designs der gebürtigen Südafrikanerin Judith Singer, deren Taschen, Armbänder und Röcke in Handarbeit von Näherinnen ihres Heimatlandes hergestellt werden. Auf der anderen Seite: etwa 30 Bilder von Waltraut Mischer und Inge Mathey aus Quickborn, die Warzenschweine und Savannenimpressionen sowie die Vielfalt zeigen, auf die die Besucher des afrikanischen Kontinents stoßen.

„Die unterschiedlichen Sichtweisen sind die Gegensätze, die mich interessieren“, sagte Galeristin Leni Rieke auf der Vernissage. Sie trug einen Rock, den Designerin Singer in Südafrika in Zusammenarbeit mit einer dortigen Näherei hat herstellen lassen – aus lokalen und traditionellen Materialien wie Steppengras oder Shweshwe-Baumwollstoff.

Beim „Markt der Völker“ im Hamburger Völkerkundemuseum war Rieke der Stand der in Verden an der Aller lebenden Künstlerin aufgefallen. Der Kontakt nach Simbabwe ist über Gisela Siegert und ihren Sohn Jan zustande gekommen, der mit den afrikanischen Künstlern dort zusammengearbeitet hat.

Abstrakt oder figürlich sind die Werke, manche haben sogar einen politischen Hintergrund. Gefertigt sind die Stücke aus Serpentin oder Opal. Typisch ist der Glanz, der nicht wie hierzulande durch Schleifen erreicht wird, sondern durch einen Wachsüberzug. Besonderer Hingucker sind Torsi weiblicher Formen von Celestino Mukavhi, der vor zwei Jahren im Völkerkundemuseum ausgestellt hatte. „Sie sind voller Leben und Zuneigung für die Frauen“ sagte Rieke.

Die Bilder von Mathey und Mischer sind der europäische Blick auf den schwarzen Kontinent. 20 Reisen, vorwiegend nach Namibia, haben Mathey zu einer leidenschaftlichen Liebhaberin der afrikanischen Fauna, Landschaft und der Bewohner gemacht. „Man sieht an ihren Bildern, wie ihr Herz an dem Land hängt“, sagte Rieke.

Menschen zu malen, ist die Leidenschaft von Mischer. „Ich versuche, außergewöhnliche zu finden“, so die Quickbornerin. Ihre Bilder sind eigens für die Ausstellung entstanden und vermitteln einen Eindruck von der afrikanischen Vielfalt und Eigenart. „Ich habe selten so gut Gesichtsausdrücke malerisch eingefangen gesehen“, sagte Fotografin Rieke. Zur Vernissage hatte die Galeristin Musiker Idrissa Sankhare und Autor Joachim Frank eingeladen. Sankhare trommelte vor den Bildern von Nashorn und Zebra. Frank las zwei Kurzgeschichten über das Künstlerdasein und darüber, wie die Uhren in Afrika wirklich ticken.

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