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Amt Moorrege : Zwei Manager für Flüchtlingshelfer

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Im Amt Moorrege gibt es mit Dieter Norton künftig zwei ehrenamtliche Flüchtlings-Koordinatoren. Weitere Helfer werden gesucht.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 14:00 Uhr

Moorrege/Heist | Der Druck auf die Kommunen in Sachen Flüchtlingsunterbringung steigt und steigt. Damit auch in den kommenden Monaten schnelle Hilfe möglich ist, wird es im Amt Moorrege künftig zwei ehrenamtliche Koordinatoren geben. Bisher wurde die Arbeit seit fast einem Jahr von Wolfgang Aschert aus Heist allein gestemmt. Nun bekommt er durch Dieter Norton Entlastung. Der Moorreger kennt sich aus mit diesem Thema: Norton hat jahrelang für die Hansestadt Hamburg Wohnschiffe mit mehr als 3500 Plätzen gemanagt. Deshalb ist Amtsdirektor Rainer Jürgensen über das Ja des 65-Jährigen, der auch Chef des Moorreger Kulturforums und CDU-Gemeindevertreter ist, sehr froh.

Im Amt Moorrege sind derzeit 320 Flüchtlinge untergebracht. Sie werden in den sieben Gemeinden von etwa 100 Helfern vor Ort ehrenamtlich betreut. „Wir als Amt können das nicht leisten“, sagt Jürgensen ganz offen. „Bei allem ‚Wir schaffen das, wir schaffen das‘ schaffen wir das nur durch das Ehrenamt“, sagt er nüchtern. Der Verwaltungschef schätzt, dass auch in diesem Jahr in seinem Amtsbereich mit etwa 320 Neuzuweisungen zu rechnen ist.

Ein Ende der Fahnenstange sei nicht in Sicht, meint auch Norton. Nach Schätzung der Hamburger Innenbehörde sollen in den nächsten zehn Jahren jährlich zwischen einer halben Million bis 600.000 Zuwanderer in Deutschland ankommen, berichtet Norton. Viele würden in die Illegalität abtauchen, mein er. Fakt sei, dass viele illegale Schlafgäste vor Ort seien. Die Kriminalitätsrate werde im Speckgürtel niedriger sein – eben weil hier der Rückzugsort sei. Eine der Partner vor Ort ist Ursula Glage. Die Chefin des Awo-Ortsvereins Moorrege war früher in Uetersen als Juwelierin selbstständig. Sie ist freundlich und resolut zugleich – was bei Männern unter den Ankömmlingen nicht immer gut ankommt. Sie betreut Familien. „In allen Schieflagen – sie sind immer in Schieflagen“, sagt sie .

Etwa 40 Stunden in der Woche ist Glage in Sachen Flüchtlingshilfe beschäftigt. „Man ist immer unterwegs“, meint sie. Anfangs sei sie mit ihrem Ehrenamt schlecht klar gekommen, räumt sie ein. Sie habe in der ersten Zeit die von ihr betreuten Frau intensiv beobachtet – ob sie beispielsweise blaue Flecken haben. Inzwischen hat sie keine schlaflosen Nächte mehr: „Man lernt damit umzugehen.“ Auch mit den schweren Schicksalen. Sie will weitermachen, denn: „Man bekommt es 1000-fach zurück.“ Wer die Flüchtlingshelfer-Teams in den Gemeinden unterstützen möchte, kann sich über die landesweite Internet-Plattform melden. Insbesondere Männer werden dringend gesucht.

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