zur Navigation springen

Großbrand in Wedeler Vergnügungszentrum : Zwei Köche blieben stundenlang unentdeckt im brennenden Gebäude

vom

Anders als zunächst mitgeteilt waren doch Menschen in dem brennenden Gebäudekomplex - die beiden Köche blieben unverletzt.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 14:40 Uhr

Wedel | Nach dem Brand eines Gebäudekomplexes in einem Gewerbegebiet in Wedel bei Hamburg ist die Brandursache weiter unklar. Wie erst jetzt bekannt wurde, entdeckten die Rettungskräfte Stunden nach Ausbruch des Feuers zwei Köche, die sich zum Schutz vor den Flammen in einem Toilettenraum verschanzt hatten, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Sie waren unverletzt.

Zunächst hatte es geheißen, zum Zeitpunkt des Feuers hätten sich keine Menschen in dem Gebäude der ehemaligen Maxx Music Hall aufgehalten. „Das Gebäude war im Untergeschoss unmittelbar nach Eintreffen der ersten Kräfte grob inspiziert worden, so weit dies möglich war“, erklärt Feuerwehrsprecher Michael Bunk. „Vor Ort wurde gegenüber der Einsatzleitung mitgeteilt, dass sich keine Personen mehr im Gebäude befinden sollten.“

<p>Der Blick von oben offenbart: Der Gebäudekomplex wurde total zerstört.</p>

Der Blick von oben offenbart: Der Gebäudekomplex wurde total zerstört.

Foto: Peter Wüst
 

Etwa drei bis vier Stunden später gab es von Nachbarn einen Hinweis, dass manchmal dort Personen übernachten würden. Daraufhin sei ein Trupp unter Atemschutz erneut in das Untergeschoss vorgegangen, erklärt Bunk. „Es hat sich niemand bemerkbar gemacht. Unter Atemschutz arbeitende Feuerwehrleute sind aber kaum zu überhören“, erklärt er.

Erst gegen 11.30 Uhr wurde der Feuerwehr konkret gemeldet, dass zwei Angestellte des Restaurants noch vermisst wurden.  Daraufhin gingen erneut Feuerwehrkräfte zusammen mit einem Restaurant-Mitarbeiter in den praktisch rauchfreien Trakt im Untergeschoss vor, wo sich die beiden vietnamesischen Köche wie von der Polizei geschrieben in einem Toilettenraum verschanzt hatten.

Anfang nächster Woche soll laut Polizei ein Sachverständiger den Brandort begutachten. Der Schaden liege bei mindestens einer Million Euro. In dem Komplex waren eine Großraumdisco, zwei Autovermietungen, eine Spielhalle und Restaurants untergebracht. „Der Haupteinsatz allein hat zwölf Stunden gedauert“, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Es war einer der größten Einsätze der letzten Jahrzehnte in der Gegend.“

Bei den Löscharbeiten wurden zwei Feuerwehrleute verletzt, sie kamen mit einer leichten Rauchvergiftung und Kreislaufproblemen ins Krankenhaus. 220 Helfer waren insgesamt vor Ort. Die Flammen hatten sich vom Dachstuhl aus rasch in dem Gebäude mit einer Grundfläche von knapp 2000 Quadratmetern ausgebreitet.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert