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Wedel-Schulauer Tageblatt

14. Dezember 2017 | 05:53 Uhr

E.C.H. Will : Zukunft (fast) gesichert

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Hamburger Körber AG nimmt Anteile am Wedeler Unternehmen wieder zurück. Die Insolvenz ist voraussichtlich abgewendet.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 16:00 Uhr

Rettung ist in Sicht: Ein Insolvenzverfahren für die angeschlagene Wedeler E.C.H. Will, Anbieter von Maschinen für Papier herstellende und verarbeitende Unternehmen, kann voraussichtlich abgewendet werden. Die Hamburger Körber AG nimmt – vorbehaltlich einer gegebenenfalls erforderlichen Zustimmung der Kartellbehörden – die Anteile an der Papersystems Holding sowie deren Unternehmen E.C.H. Will, Kugler-Womako und Pemco von der Investorengruppe um die Orlando Management AG zurück. Das teilte die Körber AG gestern mit.

„Ich bin sehr froh, dass es zu dieser Lösung kommt“, kommentierte Berthold Brinkmann gestern am Tageblatt-Telefon. Der Rechtsanwalt und Steuerberater ist Sachwalter im laufenden Schutzschirmverfahren. Nach acht Wochen intensiver Verhandlungen habe man nun die für alle Beteiligten beste Lösung gefunden. „Das oberste Ziel war, eine Insolvenz zu vermeiden“, sagte Brinkmann weiter.

Danach sieht es nun aus. Die Rücknahme durch die Körber AG sei die einzige Lösung, um ein Insolvenzverfahren zu vermeiden, teilte der Konzern gestern mit. Alle operativen Unternehmen der Papersystems-Gruppe hätten eine positive Kernsubstanz. Kugler-Womako und Pemco arbeiteten nachhaltig profitabel, und die Probleme bei E.C.H. Will seien aus Sicht der Körber AG lösbar. „Wir kennen die Unternehmen und die dort arbeitenden Menschen mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten. Wir kennen ebenso die Märkte, in denen die Unternehmen aktiv sind. Wir sind daher überzeugt, dass die Unternehmen – befreit von einem drohenden Insolvenzverfahren – auf die Erfolgsspur zurückkehren und damit auch einen beachtlichen Teil der Arbeitsplätze sichern werden“, so Körber-Vorstandsmitglied Stephan Seifert.


Papersystems neu aufstellen


Einen beträchtlichen Teil der Arbeitsplätze: Rund 240 Beschäftigte und Auszubildende arbeiten bei E.C.H Will in Wedel. Etwa 30 von ihnen mussten mit ihrer Kündigung rechnen, hieß es Anfang Juli. Die Zahl stehe im von Betriebsrat und IG Metall entwickelten Sozialplan, der als Basis für das weitere Verfahren diene, sagte damals ein Sprecher. Wie viele Mitarbeiter jetzt letztendlich das Wedeler Unternehmen verlassen müssen, ist gestern nicht bekannt geworden.

Die Körber AG hatte zum 1. Januar 2012 die nicht zum Kerngeschäft zählenden Unternehmen E.C.H. Will, Kugler-Womako und Pemco an eine von der Orlando Management AG beratene Investorengruppe verkauft. Wie berichtet, musste die Papersystems Holding Anfang Juli ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Pinneberg einleiten, nachdem es seit Mitte 2012 zu einem laut Geschäftsführung „drastischen Einbruch“ im Neumaschinengeschäft kam. Dieser sei auf eine weltweit schwächere Nachfrage nach Papieren zum Bedrucken, Beschreiben und Kopieren zurückzuführen. Zudem hätten viele Betriebe im asiatischen Raum, die Papier verarbeiten, vor wenigen Jahren ihre Maschinenparks neu ausgerüstet und schieben neue Projekte wegen der abkühlenden Konjunktur auf. Der Vorstand der Körber AG hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, die Papersystems-Gruppe so aufzustellen, dass sie ein interessanter Player im Markt ist.

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