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Wedel-Schulauer Tageblatt

12. Dezember 2017 | 19:43 Uhr

Zu wertvoll für die Tonne

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Klimaschutzfonds Start der Recyclingoffensive / Sammelbehälter für Korken, CDs, Handys und Plastikdeckel in der Stadtbücherei

shz.de von
erstellt am 29.Jul.2017 | 16:00 Uhr

„Recyceln spart Ressourcen und schont die Umwelt.“ Michael Koehn, Vorsitzender des Klimaschutzfonds, braucht keine langen Ausführungen, um zu erklären, warum die neue Offensive der Wedeler Umweltschützer Not tut. Sie wollen das Wiederverwerten und Wiederverwenden wichtiger Rohstoffe vorantreiben und stellen deshalb in der Stadtbücherei ab sofort Sammelbehälter auf, in denen Korken, CDs, Plastikdeckel und Handys getrennt entsorgt werden können. „Vielleicht ist Ihr Armaturenbrett im Auto aus alten DVDs“, sagt Koehn, um zu verdeutlichen, wie alltäglich angewandtes Recycling mittlerweile geworden ist.

Der Klimaschutzfonds springt mit der Aktion in eine Lücke, die sich aufgetan hat. Denn die Stadtbücherei, die bereits seit Jahren Korken und CDs sammelt, musste ihr Vorhaben aufgeben, weil die Behindertenwerkstatt in Kiel, die die Korken bisher weiterverarbeitete, damit aufgehört hat. Der Klimaschutzfonds hat kurzerhand eine Kooperation mit La Barrique geschlossen und leitet den wertvollen Rohstoff jetzt über die Weinhandlung weiter.

„Nutzung vor Recycling, Recycling vor Mülltonne“ lautet die Maxime der Umweltschützer. „Man muss nicht jeden Modetrend mitmachen, man braucht nicht jedes Jahr ein neues Handy“, übersetzt Koehn die Priorisierung. Wer sein Handy trotzdem aussortieren muss, soll es bloß nicht in den Müll schmeißen – sondern ab jetzt lieber in die Bücherei tragen. Handys enthalten nicht nur wichtige Metalle und seltene Erden, die es unbedingt zu erhalten gilt, auch weil deren Abbau extrem umwelt- und personenschädigend ist. Alte Handys bringen wegen dieser seltenen Rohstoffe auch Geld. T-Mobile zahlt für jedes Gerät an Umweltschutzprojekte, weiß Koehn.


500 Deckel sind eine Polio-Impfung


Die vierte Box sammelt Plastikdeckel. „Sie sind relativ sortenrein. Man kann sie deswegen ziemlich einfach weiterverarbeiten“, erklärt Koehn. Ihr Inhaltsstoff Polyethylen findet sich in Folien wieder, die in Gewächshäusern oder im Bau verarbeitet werden. Das Plastikdeckel-Sammeln ist ursprünglich eine Idee der Rotarier. Die bezahlen aus dem Reinerlös von 500 Deckeln eine Polio-Impfung. Ihr Ziel: die Krankheit komplett ausrotten. Lediglich in zwei Ländern sei sie noch virulent, sagt Koehn. Da die Wedeler Rotarier viele andere Projekte vorantreiben, springt auch hier der Klimaschutzfonds ein. Kurz vor den Sommerferien bekam Koehn bereits fünf prallgefüllte Säcke mit vielen bunten Plastikdeckeln überreicht: von den Schülern der Albert-Schweitzer-Schule zusammengesammelt. Ein guter Start in das Gesundheitsvorhaben.

 
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www.klimaschutzfonds-wedel.de

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