Trotz Erweiterung : Zu wenig Kita-Plätze in Heist

Die DRK-Kita in Heist ist zwar gerade erst erweitert worden, dennoch reicht die Kapazität weiterhin nicht aus.
Die DRK-Kita in Heist ist zwar gerade erst erweitert worden, dennoch reicht die Kapazität weiterhin nicht aus.

Der Gemeinderat beschließt Interimslösung. CDU-Fraktionschef kritisiert zu schnelles Wachstum des Dorfes.

shz.de von
30. März 2017, 12:00 Uhr

Heist | Wer Bauland ausweist, hat meist mit hohen Folgekosten zu rechnen. Diese Erfahrung macht nun auch die Gemeinde Heist. Gerade erst war die DRK-Kita erweitert worden – und schon wieder reichen die Plätze nicht aus. Während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung wurde abermals grünes Licht gegeben für Schaffung weiterer Unterbringungsmöglichkeiten. Die Folgen daraus sind absehbar: Das Defizit in der Dorfkasse wächst.

Bereits in den letzten Sitzungen des Ausschusses für Schule, Kultur und Soziales (SKS) machte die Verwaltung deutlich, dass der Bedarf an Regelplätzen die vorhandenen Kapazitäten übersteigt. 78 Jungen und Mädchen können derzeit betreut werden, davon 18 im Waldkindergarten und 60 in der DRK-Kita. „Im nächsten Jahr wird es deutlich eng werden“, sagte Gerrit Lienau (Foto, CDU), Chef des SKS-Ausschusses. Gestartet werde ins Kita-Jahr 2017/18 mit 64 Kindern, 33 weitere Jungen und Mädchen folgen im Laufe des Jahres.

Ein Recht auf Unterbringung haben Eltern, eine Verpflichtung, ihre Kinder rechtzeitig anzumelden hingegen nicht. So ist eine Planung für Verwaltung und Politik stets ein schwieriges Unterfangen. Kurzfristig sollen nun 20 Plätze geschaffen werden, indem der Bewegungsraum der Kita in einen Gruppenraum umfunktioniert wird. Diese Interimslösung soll allerdings auf zwei Jahre befristet sein. Auf ein Sportangebot müssen die Kleinen keinesfalls verzichten, denn sie können die Schulturnhalle nutzen. Die Verwaltung machte zudem darauf aufmerksam, dass nicht nur durch die geplanten Neubaugebiete mit mehr Kindern zu rechnen ist. Auch der bereits eingesetzte Generationenwechsel sorge für Zuzug weiterer Familien mit Kindern.

Finanzausschusschef Jörg Behrmann (CDU) kommentierte den stetig wachsenden Unterbringungsbedarf mit den Worten: „Dieses Dorf wächst zu schnell.“ Der CDU-Fraktionschef plädierte, für den Bau weiterer Gruppenräume Fördermittel einzuwerben. Auf die Frage, ob durch die anteilig von den Neubürgern in die Gemeindekasse gespülten Einkommenssteueranteile die Kosten für Kita- und Grundschule gedeckt seien, antwortete Rainer Jürgensen, Amtsdirektor des Amts Geest und Marsch Südholstein (Gums): „Nein, das neutralisiert sich nicht.“ Derzeit schießt die Gemeinde für die Kita-Unterbringung 150  000 Euro pro Jahr zu. Tendenz: steigend. Eine vermehrte Unterbringung Heistmer Kinder in auswärtigen Kitas ist laut Verwaltung kaum möglich, da auch in den umliegenden Gemeinden mit stagnierenden oder steigenden Kinderzahlen gerechnet werde. Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU) appellierte an junge Eltern, den Unterbringungswunsch der Kinder möglichst schnell bei der Gemeinde anzumelden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen