Anwohner sind sauer : Zoff um Parken für Bustouristen

In den vergangenen Jahren hat Gästeführerin Annegret Hamster viele Reisegruppen von der Schönheit der Marsch überzeugt, ein begehrtes Ziel war stets die St.-Gabriel-Kirche am Haseldorfer Schlosspark mit der alten Lindenallee.

In den vergangenen Jahren hat Gästeführerin Annegret Hamster viele Reisegruppen von der Schönheit der Marsch überzeugt, ein begehrtes Ziel war stets die St.-Gabriel-Kirche am Haseldorfer Schlosspark mit der alten Lindenallee.

Bauausschussitzung: Haseldorfer Schlosspark und die Kirche sind ein Magnet für viele Gäste.

shz.de von
15. März 2017, 12:00 Uhr

Haseldorf | Eigentlich ging es in der jüngsten Sitzung des Haseldorfer Bauausschusses nur um geordnetes Parken für Autos am Marktplatz. Anwohner hatten in Zusammenwirken mit dem Pastorat eine Skizze eingereicht, wie dieses Ziel mit Hilfe einiger Markierungen auf dem Asphalt erreicht werden könne. Für ruhenden Verkehr, also für abgestellte Fahrzeuge, könne die Gemeinde Regeln festsetzen, hieß es dazu aus dem Amt. Daraufhin wurde die Zeichnung als Empfehlung an die Gemeindevertretung auf den Weg gebracht.

Aber dann kochte der schon vor einiger Zeit gestellte Antrag auf Sperrung des Marktplatzes für Busse noch einmal hoch. Er war an die dafür zuständige Kreisverwaltung gegangen und seitdem dürfen Touristenbusse ihre Passagiere nicht mehr so bequem nahe bei der Kirche aus- oder einsteigen lassen. Das brachte die Zuhörerin Annegret Hamster auf Zinne. Seit 30 Jahren fördere sie mit ihren Seniorenausfahrten den Tourismus in der Gemeinde, schimpfte sie los, und jetzt nach dem Busverbot sollen die älteren Herrschaften, vielfach schon Rollator- oder Rollstuhlfahrer, lange Anmarschwege bewältigen. Sie fühle sich in ihren Bemühungen um den lokalen Fremdenverkehr von der Gemeinde total im Stich gelassen. Wütend kündigte die Haseldorferin deshalb an, um die Sehenswürdigkeiten der Gemeinde in Zukunft einen weiten Bogen zu machen. Souvenirkommerz und Gastronomie werden davon den Schaden haben.

Nach Hamsters Darstellung haben ihre gecharterten Busse, die nur montags bis donnerstags Touristen in den Ort gebracht haben, nie Verkehrsprobleme verursacht. Die seien vielmehr auf das Konto ausgelassener Hochzeitsfeiern an Wochenenden gegangen. Dafür müsse sie nun wohl den Sündenbock spielen, erboste sie sich. Die Ausschussmitglieder wuschen ihre Hände in Unschuld. Das sei doch eine Kreisentscheidung und liege außerhalb der gemeindlichen Zuständigkeit. Allerdings deuteten SPD-Mitglieder an, den ursprünglichen Antrag an die Verkehrsbehörde nicht unterstützt zu haben.

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