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Wedeler Marsch : Zimmer frei für neues Storchenpaar

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Nabu und Stadtwerke Wedel errichten einen neuen Horst auf dem Feld von Obsthof Kleinwort.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Komfortabel groß – ein Meter im Durchmesser – und bereits muckelig warm mit Stroh ausgepolstert: Mehr als 35 vom letzten Korbflechter der Region, Heinrich Jürgs, gebundene Storchennester thronen bereits in ganz Deutschland. Seit gestern nun ein weiteres mehr in Wedel – funkelnagelneu und hoch oben auf einem elf Meter Mast, der in der hintersten Ecke eines Feldes von Obstbauer Dirk Kleinwort (Winterros 1-2) zweieinhalb Meter tief in die gefrorene Erde eingelassen wurde.

Initiator der neuen Wohnung für die Störche, die zur Zeit noch im warmen Afrika und in Spanien überwintern, ist der Nabu. Die Patenschaft inklusive Kosten auch für die Aufstellung des Mastes haben die Stadtwerke Wedel übernommen. „In den letzten Jahren haben wir hier vermehrt vagabundierende Fremdstörche gesehen, die nach Brutplätzen suchten“, erklärt Marco Sommerfeld vom Nabu-Hamburg den Bedarf. Anlass sei jedoch eine konkrete Beobachtung vor zwei Jahren gewesen: Die Naturschützer bekamen mit, wie ein dominanter männlicher Storch das beringte Brutpaar aus seinem Horst am Grünen Damm – zwischen Holm und Hetlingen gelegen – vertrieb. So etwas komme selten vor, weiß Sommerfeld, denn die Bindung ans Nest ist bei den Weißstörchen sehr eng. Es gibt aber wohl auch so etwas wie Halbstarke unter diesen Tieren. Die Davongejagten wurden im nahen Umkreis fündig. Sie quartierten sich im neuen Nabu–Nest in Giesensand ein. „Druck ist da auf das Gebiet“, so Sommerfeld. Denn auch die Jungvögel wollen sich wieder dort ansiedeln, wo sie herkommen.

Marsch bietet Nahrung

Um den Nachwuchs satt zu bekommen, benötigt jedes Storchenpaar feuchtes Grünland im Umfang von 26 Fußballfeldern in Horstnähe. Diese Voraussetzungen sind in der Wedeler Marsch gegeben. Ein weiteres Paar würde den lokalen Bestand stärken.

„Wir freuen uns, dass wir einer bedrohten Vogelart durch praktischen Naturschutz helfen können“, erklärt Geschäftsführer Adam Krüppel das Engagement der Stadtwerke. Pressesprecherin Natali Kobas betont das Symbolische des Schreitvogels: Neben Naturschutz steht der Klapperstorch seit Urzeiten für die Fruchtbarkeit, schließlich bringt er die Kinder, erklärt sie augenzwinkernd.

Eigentlich sollte an dem Mast kurz unter dem Storchenkorb noch ein Nistkasten für Turmfalken angebracht werden. Der Haken steckt. Doch der Kasten fehlt. Der lag schon im Herbst im Hof, erzählt Kleinwort. Aber zwischenzeitlich hat ihn ein Igel in Beschlag genommen. Jetzt heißt’s warten, bis der wieder auszieht.

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