Ziel: Ein Ratssitz für mehr Dialog

Die Freien Wähler Moorrege (FWM) mit ihrem Vorsitzenden Michael Adam (stehend, von links), Kerstin Jürgensen, Hauke Heidecke und Carsten Niedworok sammelten die Anliegen der Bürger ein und pinnten die Ideen an die Wand.
Die Freien Wähler Moorrege (FWM) mit ihrem Vorsitzenden Michael Adam (stehend, von links), Kerstin Jürgensen, Hauke Heidecke und Carsten Niedworok sammelten die Anliegen der Bürger ein und pinnten die Ideen an die Wand.

Die neu gegründete Freie Wählerschaft Moorrege (FWM) will bei Kommunalwahl im Mai absolute CDU-Mehrheit brechen

shz.de von
25. Januar 2018, 16:00 Uhr

Im Rahmen eines Info-Abends im Grando Sukredo stellte sich die neu gegründete Freie Wählergemeinschaft Moorrege (FWM) zahlreichen interessierten Bürgern vor. Ziel sei es, bei den im Mai anstehenden Kommunalwahlen die absolute Mehrheit der CDU zu brechen und für mehr Dialog in den politischen Gemeindegremien zu sorgen.
Die Gründung einer Wählergemeinschaft für Moorrege erfolgte aus Frust über die bestehenden politischen Verhältnisse. „Viele Ideen werden abgelehnt, nur weil sie aus der Opposition kommen“, berichtete der FWM-Vorsitzende Michael Adam über seine Erfahrungen als Gemeindevertreter, die mit einem Rücktritt endeten. Der parteilose Lokalpolitiker, der der SPD-Fraktion angehörte, nahm Kontakt zu anderen ehemaligen Mitstreitern auf. Es entstand die freie Wählergemeinschaft. Am Sonntag, 6. Mai, stellt sich die FWM erstmals zur Wahl. „Wenn es uns gelingt, dass keine Partei mehr die absolute Mehrheit hat, dann ist jede Partei gezwungen, für ihre Sache argumentativ zu kämpfen“, so Adam über das Ziel. Bei insgesamt 17 Sitzen im Gemeinderat, die derzeit neun – CDU – zu acht – drei Bündnis 90 / Die Grünen und fünf SPD – verteilt sind, genüge dafür ein einziger Sitz.

Die Mitglieder der FWM stellten sich den rund 70 Gästen persönlich vor. Neben Adam sind viele weitere ehemalige Kommunalpolitiker mit teils langjähriger Gemeinderats- oder Ausschusserfahrung darunter: Johann Baumgarten, Ulrich Möller, Kurt Günther, Ernst-Christian Hartmann, Hauke Heidecke, Harald Glashoff und Carsten Niedworok. Aber auch politische Neulinge bringt die Wählergemeinschaft ein, wie Kerstin Jürgensen, die Frau von Amtsdirektor Rainer Jürgensen, Anneliese Glashoff und Yvonne Wölk


Inhaltliches Programm fehlt

Mit einem inhaltlichen Programm tritt die FWM nicht an. Stattdessen nutzte sie die Gelegenheit, die Bürger nach ihren Sorgen zu fragen und die Einwürfe auf Plakaten zu sammeln. Unter den Oberbegriffen Grundschule, Neubaugebiete, Feuerwehr, Breitbandversorgung, Investitionsstau oder Feuerwehr hatten die Gäste außerdem Gelegenheit, ihre Wünsche einzutragen.

Adam betonte, dass die FWM keiner Partei nahesteht: „Wir wollen keine Landes- oder Bundespolitik machen, sondern hier in der Kommune das Leben gemeinsam gestalten.“ Diverse Mitglieder brachten ihre wachsende Unzufriedenheit mit den bestehenden politischen Verhältnissen zum Ausdruck. „Wie hier mit Personen umgegangen wird, gefällt mir überhaupt nicht“, sagte Glashoff, der nach 20 Jahren aus der CDU ausgetreten ist. Und Ex-CDU-Gemeindevertreter Heidecke meinte: „Wir wollen keine Hinterhofentscheidungen, wie wollen Politik in dieser Gemeinde wieder transparenter machen.“

Die Liste der geschilderten Vorwürfe ist lang. So seien in der Vergangenheit Anliegen der Opposition durch die Mehrheitsfraktion von der Tagesordnung gestrichen worden, anstatt darüber zu reden. Die Alte Schule Oberglinde sei veräußert worden, bevor der Gemeinderat überhaupt getagt hatte, die erforderliche Mehrheitsentscheidung wurde erst nachträglich eingeholt. Sachdienliche, teils fachkundige Argumente würden ignoriert. Glashoff: „Wir wollen, dass alle, die da sitzen, gehört werden.“

Viele Stimmen erhoben sich auch gegen die Art und Weise der Bebauung. Unverständlich ist für Heidecke, dass der einst teuer bezahlte Landschaftsplan in großen Teilen ignoriert werde. Ein Bürger kritisierte die Geschwindigkeit der Bebauung in der Gemeinde

Vertreter der SPD und der Bürgerinitiative Gegenwind bestätigten die Schilderungen. Argumente würden mit Mehrheit abgeschmettert, einige Gemeindevertreter verhielten sich schlicht rüpelhaft. SPD-Chef Thomas Kasimir sicherte zu, die FWM nicht als Konkurrenz zu sehen. >

www.fw-moorrege.de


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