Mord an der Prostituierten „Rosa“ : Zeugensuche am Elbstrand in Rissen

Polizist Klaus Piepenhagen brachte am Donnerstag die Fahndungsaufrufe im neuen Schaukasten am Rissener Ufer an.
Polizist Klaus Piepenhagen brachte am Donnerstag die Fahndungsaufrufe im neuen Schaukasten am Rissener Ufer an.

Polizei plakatiert großflächig am Rissener Ufer, um den Mord an der Prostituierten „Rosa“ aufzuklären, der sich aktuell jährt.

shz.de von
03. August 2018, 12:00 Uhr

Rissen | Einer der Beamten aus dem Fachkommissariat LKA 41 im Polizeipräsidium Hamburg schüttelt den Kopf. Nein, eine heiße Spur im Mordfall Maria A. gebe es noch nicht. Ein Jahr ist es her, dass die 48-Jährige aus Äquatorialguinea, die in Hamburg unter dem Pseudonym Rosa als Prostituierte arbeitete, ermordet und zerstückelt wurde. Am 1. August vergangenen Jahres war die 48-Jährige zuletzt lebend auf dem Hansaplatz gesehen worden. Später wurden Teile ihrer zerstückelten Leiche in verschiedenen Gewässern der Stadt gefunden. Die ersten Leichenteile waren vor einem Jahr am Rissener Elbufer auf Höhe der Landesgrenze zu Wedel angeschwemmt worden. Beamte suchten damals die Umgebung ab – unter anderem mit einem Hubschrauber.

5000 Euro Belohnung sind mittlerweile ausgesetzt worden für Hinweise auf den Mörder von „Rosa“.
Bastian Fröhlig
5000 Euro Belohnung sind mittlerweile ausgesetzt worden für Hinweise auf den Mörder von „Rosa“.
 

„Wir gehen mittlerweile davon aus, dass die Leichenteile dort angeschwemmt und nicht abgelegt wurden“, sagte einer der Ermittler am Donnerstag. Die Theorie: Der Täter hat die Leichenteile am Anleger Wittenbergen ins Wasser geworfen. „Wir haben zahlreiche Zeugenaussagen, aber ob die am Ende stimmen, wissen wir nicht“, so ein Polizist. Um weitere – vielleicht entscheidende – Hinweise zu erhalten, wurde gestern am Rissener Ufer zwischen Parkplatz und Anleger ein Schaukasten mit dem Fahndungsaufruf aufgestellt. Zudem plakatierten Beamte des Landeskriminalamts rund um den Elbstrand. Sie brachten die Plakate am Anleger, der Zufahrt zum Parkplatz, aber auch an der Station der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) an.

Parallel wurde am Donnerstag auf dem Wochenmarkt am Goldbekufer an den Tod der Frau erinnert und auch dort plakatiert. Bereits zu Wochenbeginn war im Stadtteil St. Georg auf einer öffentlichen Toilette ein Briefkasten montiert worden, in den Zeugen Mitteilungen an die Polizei auch anonym einwerfen können. „Wir haben zwar schon Zeugen. Wir sind uns aber sicher, dass es noch weitere gibt“, sagte Polizeisprecher Timo Zill.

Zeugen gesucht

Die Beamten suchen vor allem Zeugen, die Aussagen zu einem weißen Transporter oder Campingmobil machen können, mit dem der Täter zum Parkplatz am Rissener Ufer gefahren sein soll. „Es muss davon ausgegangen werden, dass ein unbekannter Täter am Dienstagabend, 1. August, am Anleger Wittenbergen mindestens ein Körperteil in die Elbe geworfen hat“, sagte einer der Ermittler. Ausdrücklich werden auch die Benutzer eines in der Nacht des 1. zum 2. August dort geparkten Wohnmobils um Mithilfe gebeten.

Beamte des Fachkommissariats LKA 41 im Polizeipräsidium Hamburg plakatierten am Elbstrand.
Bastian Fröhlig
Beamte des Fachkommissariats LKA 41 im Polizeipräsidium Hamburg plakatierten am Elbstrand.
 

Zeugenhinweise nimmt das Landeskriminalamt unter Telefon (0 40) 4 28 65 67 89 auch anonym, per E-Mail an klahh411@polizei.hamburg.de oder per Post an Landeskriminalamt 41, Bruno-Georges-Platz 1, 22298 Hamburg entgegen. Auch jede Polizeidienststelle nimmt Hinweise an.

Möglicherweise soll es auch noch eine weitere Aktion am Grenzweg zwischen Wedel und Rissen geben, wo die ersten Leichenteile entdeckt wurden, auch wenn dieser laut Polizei nicht mehr als Tat- oder direkter Ablageort in Frage komme.

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